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Abgewatscht - die Promi-Satire: Promillealarm in der Politik

"Oans, zwoa, gsuffa" - das gilt vor allem für Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein, für den Alkohol am Steuer scheinbar kein Problem ist. Aber auch für SPD-Frau Andrea Nahles, die sich in dieser Woche eine Maß genehmigte und mit ihrem Dekolletee für Aufsehen sorgte.

Von Stefan Mielchen

Pünktlich zum Oktoberfestauftakt kommt die gute Nachricht: In Bayern darf man auch betrunken hinters Steuer! Nach zwei Maß Bier könne man noch fahren, meint Ministerpräsident Günter Beckstein - und zwar Auto, nicht U-Bahn. Hauptsache, man kann ins Navi noch "Sssuhause" eingeben... Selten war Wahlkampf so aufschlussreich. So erfuhr der geneigte Bayer in dieser Woche außerdem, dass sich Landesvater und Landesmutter daheim gegenseitig mit "Bär" ansprechen. Was gemessen an "Muschi" unter Vorgänger Edmund Stoiber immerhin als Fortschritt zu werten ist. Doch schon droht ein unerhörter Faux Pas: Marga Beckstein weigert sich, zur Wiesn ein Dirndl zu tragen - und das als First Lady des Freistaats! Nun ja, Franken halt, und evangelisch dazu. Da sind ja selbst die Sozis weiter: Die stellvertretende SPD-Nervensäge Andrea Nahles zeigte zum Berliner Oktoberfestimitat in dieser Woche jedenfalls Holz vor der Hütt'n, als hätte sie den halben Westerwald im Dekolleté. Wahrscheinlich ein subtiler Hinweis darauf, dass sie auch zur Kanzlerin tauge. Na denn Prost!

Ein ausgelassenes "Oans, zwoa, gsuffa" geht dem gemeinen Briten zwar nicht so leicht über die Lippen. Gesoffen wird aber auf der Insel, dass Bayern dagegen wie ein Hort der Enthaltsamkeit wirkt. Rolling Stone Ron Wood ist kaum aus der Entzugsklinik raus, da greift er schon wieder zur Flüssigkartoffel: Er kann die Finger ebenso wenig vom Wodka lassen wie von seiner Russen-Gespielin Ekaterina. Irgendwie muss man die 41 Jahre Altersunterschied ja auch bewältigen.

Per Helikopter in die Entzugsklinik

Getoppt wird das aber noch von Fußballlegende Paul Gascoigne, ebenfalls 41. Der sitzt jetzt wegen Sachbeschädigung im Knast. Was nicht mehr als eine hübsche Umschreibung für Sicherheitsverwahrung in eigener Sache ist. Ausgebrochen aus der Reha, Drogen, Suff, Selbstmordversuch das Übliche halt. Dazu passt, dass Prinz Harry in dieser Woche zum coolsten Vertreter der Royals gekürt wurde. Sollte er mal dringend zum Entzug müssen, kann er sich bald vertrauensvoll an den großen Bruder wenden. William macht jetzt eine Ausbildung zum Rettungsflieger. Hoffentlich kann er den Helicopter künftig immer gleich dort parken, wo Harry abstürzt.

Zurück nach Deutschland, das ja bekanntlich jenseits von Eden liegt. Von dort kommen Meldungen, die wie aus dem Tollhaus klingen! Schlagerstar Nino de Angelo hat seine Frau verlassen. Sagt er. Nino de Angelo wurde von seiner Frau verlassen. Sagt sie. "Meine Frau hat mich und meine Popularität nur benutzt", sagt er. "Ich will Nino auf keinen Fall zurück", sagt sie. "Ich will die Blitzscheidung", sagt er. Schön, wenn sich alle einig sind. Schließlich hat die Republik ganz andere Probleme.

Jenny Elvers-Elbertzhagen etwa wurde in dieser Woche von einem Marabu gebissen! Die blonde Heidschnucke aus Amelinghausen hielt sich zu Dreharbeiten im Leipziger Zoo auf, was an sich schon tief blicken lässt. Charakterdarstellerin Jenny spielt dort die anspruchsvolle Rolle einer intriganten Tierarzt-Assistentin. Das dürfte ihr nicht weiter schwer fallen, wäre da nicht der Dreh mit einem großen Petz: "Wenn man ihm gegenüber steht, ist er wirklich sehr furchteinflößend", findet sie. Schöner hätte Heiner Lauterbach die Probleme mit dem Bär seiner Ex auch nicht ausdrücken können.

Familie Drews zum Tag der Deutschen Einheit

Die Meldung wiederum, Schlagersänger Jürgen Drews habe ein Rad ab, ist weit über 20 Jahre alt - und doch von ungeheurer Aktualität. Der König von Mallorca schafft es auch mit dem größten Blödsinn in die Zeitung. So überholte ihn diese Woche auf der A2 bei Oberhausen ein Reifen. Blöd, dass es ausgerechnet das linke Hinterrad des Uralt-Mercedes war, den Majestät gerade steuerten. Glück im Unglück: Onkel Jürgen hatte - rein zufällig, versteht sich - ein Kamerateam dabei. Die Fernsehpanne gibt's am 3. Oktober bei Vox in der als Dokumentation angepriesenen Sendezeitverschwendung "Familie Drews" zu sehen. Wenn dergleichen ausgerechnet am Tag der deutschen Einheit ausgestrahlt wird, muss man sich über den Zustand des Landes wohl keine Gedanken mehr machen.

Über den Geisteszustand der Fürstin Gloria von Thurn und Taxis gehen derweil die Meinungen auseinander. In der "Bild am Sonntag" bestritt sie jetzt, dass es Homosexualität gebe. Da die Erde rund ums Regensburger Schloss Emmeran eine Scheibe ist, mag man da nicht widersprechen, während man den verstorbenen Gatten Johannes entrüstet im warmen Grab rotieren hört. Gloria glaubt, dass ein schwuler Mann auch Kinder haben könne. Wer wüsste das besser als die Schnackselexpertin, die über sich selbst sagt: "Ich hoffe, dass ich irgendwann einen gnädigen Gott finde und keinen gerechten Gott. Denn wenn es ein gerechter Gott ist, heißt es für mich: 'Ab in die Hölle'". Vielleicht tut's bis dahin ja auch eine gewöhnliche Klapsmühle.

War sonst noch was? Na klar: Schauspielerin Eva Mendes gab zu Protokoll, in allen 50 US-Bundesstaaten Sex gehabt zu haben. Eine Qualifikation, mit der sie Sarah Palin die Kandidatur um die Vizepräsidentschaft glatt wieder abluchsen könnte - die ist ja aus Alaska bisher nicht groß rausgekommen. Interessant für Amerika-Reisende sind Mendes' Erläuterungen zu ihren touristischen Höhepunkten: "Den besten Sex hatte ich in Arizona und Colorado. Vielleicht lag es an der klaren Luft."

Gemessen daran handelt es sich bei Topmodel Kate "Koks" Moss dann offensichtlich um eine frigide Kuh. Sie bevorzugt statt klarer Luft den Geruch von Benzin und will daraus ein neues Parfum kreieren: "Ich habe gehört, dass es einer der beliebtesten Gerüche der Welt ist - vielleicht sollte ich das für meinen nächsten Duft überprüfen." Klare Diagnose für die Jungs mit den weißen Kitteln: zuviel getankt! In Bayern dürfte man in diesem Zustand immerhin noch fahren.