Abgewatscht! Und Fronleichnam für Bata Illic


Als bekäme ein Promis nicht schon genug Aufmerksamkeit, wird so manchem auch noch ein Ehrentag gewidmet - nicht auszudenken, wo das hinführen könnte. Als hätte man mit einer möchtegern-witzigen Landrätin, den keifenden Herzsprungs und Dolly Partons Brüsten nicht schon genug Sorgen.
Von Stefan Mielchen

Kaum ist der internationale Starauflauf zur Berlinale vorbei, sind wir VIP-mäßig wieder auf uns selbst gestellt. Das bedeutet in Deutschland nicht zwingend Gutes. Nehmen wir beispielsweise den ewigen Dieter Bohlen: Den kann man mögen oder hassen, nur ignorieren kann man ihn nicht. Jetzt wird sogar Mutter Edith in die Verwertungskette eingefügt. Sie hat - "irrer Zufall" - 10.000 Euro im DSDS-Quiz gewonnen und kann endlich ihre karge Rente aufbessern. Eigentlich eine prima Idee, an der sich auch Bohlen-Ex Verona ein Beispiel nehmen könnte, wo Franjo doch das ganze Geld verjubelt haben soll. DSDS - hier werden sie geholfen! Dieter Bohlen sieht's bei Mutti genau so: "Jetzt hat sie wenigstens die Telefonkosten, die sie in den letzten fünf Staffeln verjubelt hat, wieder drin." Allein 800 Mal habe Edith im vergangenen Jahr für Mark Medlock angerufen - der daraufhin prompt gewann. Noch so'n irrer Zufall! Bohlens Liebling geht jetzt übrigens auf Tour - im März füllt Deutschlands Superstar alle großen Hallen zwischen Stendal und Stade.

Die Kollegen aus dem Ersatzteillager

Ob einer solch imposanten Karriere müsste R&B-Sängerin Rihanna eigentlich vor Neid erblassen - wenn ihr die Karibik-Insel Barbados nicht gerade ein ganz besonderes Geschenk bereitet hätte: In Rihannas Heimat wurde der 21. Februar zum "Rihanna-Day" ausgerufen. Ein persönlicher Feiertag für Stars - das möchte man sich hierzulande nicht wirklich vorstellen. Fronleichnam für Bata Illic, Muttertag für Eva Hermann - muss ja nicht sein. Obwohl sich der Buß- und Bettag auf diesem Wege wieder einführen ließe, beispielsweise für unsere Herzsprungs. Barbara und Bernd im Scheidungskrieg - da wird jetzt aus allen Rohren gefeuert und die "Bunte" wird zum Zentralorgan der Kriegsberichterstattung. In der Promi-Illustrierten beteuert Bernd in einer einseitigen Erklärung, dass er den "Diffamierungs- und Vernichtungsfeldzug" seiner "Noch-Ehefrau" Barbara nicht goutiere. Dieser öffentliche Nichtangriffspakt dient selbstredend dem "Schutz unserer Kinder" und soll "uns in Zukunft weitere Peinlichkeiten ersparen". Hat der den Knall nicht gehört? Wie hieß noch gleich Herzsprungs großer TV-Erfolg? "Freunde fürs Leben"?

Vielleicht war die Idee der Fürther CSU-Domina Gabriele Pauli gar nicht so verkehrt, die Ehe grundsätzlich auf sieben Jahre zu begrenzen. Die Latex-Landrätin lässt auch weiterhin nichts aus. In der ARD darf sie am Samstag für "Verstehen sie Spaß?" eine Theatervorführung stören - wegen vermeintlicher Frauenfeindlichkeit. Wird bestimmt ein echter Schenkelklopfer! Langsam stellt sich die Frage, ob man Das Erste nicht wegen nachgewiesener Zuschauerfeindlichkeit abschaffen muss. Wie soll man noch Spaß verstehen, wenn an drei Samstagen in Folge Florian Silbereisen (auf Krücken), Gotthilf Fischer und Frank Elstner zur besten Sendezeit auf die Zuschauer losgelassen werden? Und zwischendurch darf dann noch Heidi Klum bei Beckmann dazwischenplappern und Britney Spears Asyl in ihrer Villa anbieten. Wie blond geht's bitte noch?

Apropos blond: Country-Ikone Dolly Parton hat's auch nicht leicht, im wahrsten Wortsinn: Tournee abgesagt - wegen ihrer Brüste! "Versuchen sie mal, die Dinger den ganzen Tag rumzutragen ohne Rückenschmerzen" - nein, lieber nicht, Ma'm! Das überlassen wir getrost ihrer reizenden Kollegin aus dem Ersatzteillager: Cher bekommt jetzt eine Las-Vegas-Show. Und obwohl Siegfried & Roy ebenfalls ihr Comeback angekündigt haben, wird es kein Best of Gesichtschirurgie. Apropos: Hat man in letzter Zeit eigentlich mal etwas von "Busenwitwe" Tatjana Gesell gehört?

In Las Vegas ließ sich übrigens auch die notorische Paris Hilton einmal mehr feiern. An ihrem 27. Geburtstag badete sie angestrapst in einem überdimensionalen Champagnerkelch - als ob dies jemand sehen wollte! Da lobt man sich doch ausnahmsweise mal Hannelore Elsner, von der man schon befürchtete, dass das allgemeine Rauchverbot in Deutschland ihr Karriere-Aus bedeutete. Keine andere kann so dramatisch inhalieren! Doch auch abseits der Filme, die um ihr permanentes Zigarettenanzünden herum inszeniert werden, macht die Elsner mit 65 noch eine deutlich besser Figur als die hergelaufene Hotelerbin - und zwar gänzlich nackt! Für das Magazin der "Süddeutschen Zeitung" zog sie sich aus und posierte in einer Reihe mit Claudia Roth oder Uschi Obermaier. Glückwunsch, möchte man ausrufen! Nicht zuletzt, weil zwischen Klimawandel und Klimakterium vier Wochen vor Frühlingsanfang die beruhigende Erkenntnis bleibt, dass auch der Herbst noch schöne Tage hat.


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