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Baldwin-Fall Sie versuchte, Halyna Hutchins zu retten: Notärztin schildert Ablauf nach dem Schuss am Set

Alec Baldwin
Alec Baldwin kurz nach seiner Aussage bei der Polizei von Santa Fe
© Jim Weber/Santa Fe New Mexican/AP / DPA
Nachdem sie einen Schuss hörte, wurde die Notärztin am Set von "Rust" um Hilfe gerufen. In ihrem Bericht schildert sie, wie sie versuchte, Halyna Hutchins zu retten. 

Nach dem tragischen Unfall am Set des Westerns "Rust", bei dem Alec Baldwin versehentlich Kamerafrau Halyna Hutchins erschoss, werden nach und nach die größten Fragen geklärt. Die Berichte von Augenzeugen helfen dabei, wie Regisseur Joel Souza oder zuletzt Set-Ärztin Cherlyn Schaefer.

So beschreibt die Set-Ärztin den Baldwin-Fall

Sie hörte den Schuss aus Baldwins Requisitenwaffe, war allerdings zu dem Zeitpunkt nicht am Drehort, sondern außerhalb der Kirche. "Proben wir gerade? Denn 'fire in the hole' wurde nicht gerufen", erklärt sie in ihrem Bericht. "Fire in the hole" ist der Ausruf am Set, wenn explosives Material benutzt wird. Als sie hörte, dass es sich um einen medizinischen Notfall handelte, rannte sie zur Kirche, in der Baldwin, Hutchins und der Rest der Crew sich aufhielten. 

Sie sah Halyna Hutchins, die im Brustbereich getroffen wurde und wies die umstehenden Personen an, Druck auf die Wunde auszuüben und den Notruf zu wählen. Sie selbst zog Hutchins eine Sauerstoffmaske über und kontrollierte ihre Vitalzeichen. Trotz ihres Eingreifens überlebte die 42-jährige Kamerafrau nicht. Sie wurde mit dem Helikopter in ein naheliegendes Krankenhaus in Albuquerque geflogen, wo sie für tot erklärt wurde. 

Nach Alec Baldwins Todesschuss: Freundin von Kamerafrau Halyna Hutchins erhebt schwere Vorwürfe

Diskussion über Waffen am Set

Der tragische Unfall am Set hat in Hollywood eine Diskussion über Waffen am Set hervorgerufen. Eine Petition, in der gefordert wird, echte Waffen vom Set zu verbannen hat fast 50.000 Unterschriften erzielt.

Außerdem versicherten einige Filmemacher, darunter Eric Kripke, Showrunner der Amazon-Serie "The Boys", dass es an seinen Sets von nun an keine echten Waffen mehr geben werde. Und Regisseur Craig Zobel erklärte, dass es in seiner Serie "Mare of Easttown" schon keine echten Revolver mehr gegeben hätte. "Es gibt keinen Grund mehr, am Drehort mit Platzpatronen geladene Waffen oder Ähnliches zu haben. Sie sollten einfach komplett verboten werden. Es gibt jetzt Computer. Die Schüsse in 'Mare of Easttown' sind alle digital. Das merkt man wahrscheinlich, aber wen kümmert's? Es ist ein unnötiges Risiko", sagte er.

Quelle: "Wall Street Journal" 

ls

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