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Hannah Gutierrez-Reed Welche Rolle die Waffenmeisterin bei dem tragischen Tod am Set von "Rust" spielt

Requisiten-Waffen wie diese werden an Filmsets wie scharfe Waffen behandelt
Requisiten-Waffen wie diese werden an Filmsets wie scharfe Waffen behandelt
© David McNew / AFP
Nach dem tragischen Tod einer Kamerafrau am Set des Westerns "Rust" dauert die Suche nach den Ursachen noch immer an. In den Fokus gerät immer mehr die 24-jährige Waffenmeisterin. Wer ist die Frau?

Es ist eine Tragödie ohnegleichen: Vergangene Woche kam die Chef-Kamerafrau Halyna Hutchins bei Dreharbeiten für den Western "Rust" ums Leben. Zuvor hatte sich aus einer von Alec Baldwin verwendeten Requisitenwaffe ein tödlicher Schuss gelöst, Regisseur Joel Souza schwer verletzt.

Die Suche nach der Ursache für das Unglück dauert noch an, doch schon jetzt ist Hannah Gutierrez-Reed in den Fokus geraten, die Waffenmeisterin am Set. Wenn bei Dreharbeiten ein Gewehr oder eine Pistole zum Einsatz kommt, muss ein Waffenmeister anwesend sein, der die Schauspieler im Umgang mit den Schusswaffen einweist und schult.

In Deutschland ist in der Verordnung der Berufsgenossenschaft genau geregelt, wer als Waffenmeister eingesetzt werden kann: Infrage kommen Büchsenmacher sowie technische Angestellte mit entsprechender Zusatzausbildung, etwas einer Waffenmeisterausbildung. 

Hannah Gutierrez-Reed: Ihr Vater gilt als Koryphäe

Voraussetzungen, die auch Hannah Gutierrez-Reed erfüllt. Die 24-Jährige ist trotz ihres jungen Alters bereits Waffenmeisterin und Büchsenmacherin. Denn der Beruf wurde ihr quasi in die Wiege gelegt: Ihr Vater ist der bekannte Waffenmeister und Kunstschütze Thell Reed. 

Der heute 78-Jährige gilt als eine Koryphäe auf dem Gebiet, seit Jahrzehnten stellt er seine Expertise als Berater bei Dreharbeiten zur Verfügung. Unter anderem wirkte er mit bei Western wie "Tombstone" oder "Schneller als der Tod", dem Neo-Noir-Thriller "L.A. Confidential" und Clint Eastwoods Weltkriegs-Epos "Flags of Our Fathers". 

Hannah hat von klein auf viel von ihrem Vater gelernt, und so gilt sie in der Branche nicht als Frischling, auch wenn "Rust" erst ihr zweiter Film ist, in denen sie als Waffenmeisterin fungiert. Erst kürzlich hat sie in dieser Funktion an dem Film "The Old Way" mit Nicolas Cage mitgearbeitet. 

Beschwerden über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen

Was es also doch die fehlende Erfahrung? Oder vielleicht mangelnde Autorität? Jedenfalls soll es am Set zu "Rust" drunter und drüber gegangen sein. Einem Bericht der "Los Angeles Times" zufolge haben sich mehrere Mitarbeiter über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen beschwert und aus Protest die Produktion verlassen.

Die "New York Post" zitiert aus einem Podcast, in dem Gutierrez-Reed vergangenen Monat über ihre Unsicherheit bei den Dreharbeiten zu ihrem ersten Film sprach: “Ich war zuerst wirklich nervös und hätte den Job beinahe nicht angenommen, denn ich war mir nicht sicher, ob ich schon soweit bin", soll sie der Zeitung zufolge über "The Old Way" gesagt haben. 

Ganz unbegründet waren ihre Zweifel offenbar nicht: Schon bei den Dreharbeiten zu "The Old Way" soll die 24-Jährige mehrfach negativ aufgefallen sein, wie das Online-Magazin "Daily Beast" berichtet. “Sie war etwas sorglos mit Waffen", wird eine Mitarbeiterin am Set zitiert. Ein Vorfall ist besonders in Erinnerung geblieben: Gutierrez-Reed soll einer elfjährigen Schauspielerin eine geladene Waffe ungeprüft in die Hand gedrückt haben. 

Damals ging dennoch alles gut. Doch schon bei ihrem zweiten Einsatz als Waffenmeisterin kam es zu einem tödlichen Zwischenfall. Hannah Gutierrez-Reed hat mittlerweile sämtliche Social-Media-Profile von sich gelöscht. Ob sie ihre Karriere fortsetzen wird, ist ungewiss.

Verwendete Quellen: "New York Post", "Daily Beast"

che

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