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Amy Winehouse: Verflucht in der Karbik

Aus ihrem Neujahrurlaub in der Karibik ist inzwischen ein vierwöchiger Dauertrip geworden. Amy Winehouse ist von der tropischen Insel scheinbar nicht mehr weg zu bekommen. Letztes Wochenende reiste ihr Manager zu ihr. Ob die skandalumwitterte Soul-Diva jetzt nach England zurück kehrt?

Von Julia Windhövel

Eigentlich sollte es nur eine zweiwöchige Erholungsreise werden. Doch mittlerweile planscht die gesundheitlich angeschlagene Amy Winehouse seit mehr als einem Monat in den Wellen vor der Karibik-Insel St. Lucia. Was ist bloß los mit der exzentrischen Soul-Diva? Von den Gerüchten, dass sie angeblich in Kürze nach England zurückkehren wird, um ins Studio zu gehen, will sie offenbar nichts wissen. Stattdessen spielt sie lieber mit einer anderen Urlauberin eine Runde Scrabble - topless, versteht sich, wie ein im Internet kursierendes Amateurfoto zeigt.

Es kommt einem fast so vor, als könne Amy Winehouse auch tausende Kilometer von ihrer Heimat entfernt ihrem Schicksal nicht entrinnen. Wie ein Fluch haftet es an ihr. Und dabei fing doch alles so gut an: Im Dezember war der "Back to Black"-Star in die Karibik geflogen, um sich von ihrem exzessiven und nervenaufreibendem Leben der letzten Monate zu erholen. Auf St. Lucia genoss sie zunächst das süße Urlaubsleben, stand früh auf, machte Yoga-Übungen und Gymnastik. Bilder einer glücklichen und gelösten Amy Winehouse waren zu sehen, die ausgelassen über den Strand tobte und Handstand übte. Und nicht nur ihre Seele, sondern auch ihr ausgemergelter Körper schien sich langsam wieder zu erholen. Mit ein paar Kilo mehr auf den Rippen sah die 25-Jährige gleich viel gesünder aus.

Cockktails und Joints

Ihre Eltern hatten die Hoffnung, dass Amy wieder ganz gesund wird, schon fast aufgegeben. Ihre Therapieversuche scheiterten, mehrere Krankenhausaufenthalte folgten, doch nichts konnte die fünffache Grammy-Gewinnerin zur Vernunft bringen. Bis zu dem Tag, an dem sie in die Karibik aufbrach und sich verliebte. "Josh ist besser als jede Droge", schwärmte sie noch vor wenigen Tagen. Der ehemalige Rugby-Star und ambitionierte Nachwuchs-Schauspieler Joshua Bowman turtelte mit der verheirateten Sängerin am Strand und in der Hängematte, während Winehouse' Ehemann Blake Fielder-Civil in England hinter Gittern sitzt. Der reichte kurzer Hand die Scheidung ein. Und bereitete so dem entspannten Urlaubs-Hochgefühl seiner Frau ein jähes Ende.

Auf der tropischen Karibikinsel verfiel Amy Winehouse von einer Minute auf die andere wieder in ihre alten Verhaltensmuster. Nach einem Bericht der englischen "Sun" gesellte sich zu den Cocktails zum Mittagessen schnell auch der ein oder andere Joint, und abends kroch die stark alkoholisierte Sängerin auf allen Vieren vor dem Hotelrestaurant herum und bettelte die Gäste um Alkohol an. Ihr Management hatte das Hotelpersonal angewiesen, Winehouse keinen Alkohol auszuschenken.

"Sie ist wie ein Kind, das um Aufmerksamkeit bettelt", erzählt ein Gast der "Sun". "Das ist so peinlich. Sie kommt barfuss zum Essen, nur mit einem knappen Bikini bekleidet … Manchmal sitzt sie ohne Oberteil auf ihrem Balkon und spielt laut Gitarre, obwohl alle schlafen wollen." Einmal soll sie sogar in einem Streit einer Frau ihr Getränk ins Gesicht geschüttet haben. Winehouse nahm an, dass die Frau über sie gelästert hatte, entschuldigte sich aber später bei ihr. Und stahl einem anderen Gast den Drink.

Josh reiste ab, Amy widmete ihre Aufmerksamkeit Fitnesstrainer Andrew und empfing hohen Besuch. Letztes Wochenende reiste, wie unterschiedliche Quellen berichten, ihr Manager an, um mit ihr über eine mögliche Rückkehr ins Studio zu sprechen. Sie sprachen auch über die Zusammenstellung ihrer Band. Ein Freund der Sängerin sagte dem "Daily Express", Amy habe ihre Musikkollegen angerufen und gesagt, sie sollen sich vorbereiten, denn sie käme zurück.

"Ich liebe meinen Blake immer noch"

Doch das hat Amy Winehouse schon oft behauptet. Seit immerhin zwei Jahren ist es nach dem sensationellen Erfolg ihres "Back to Black"-Albums musikalisch still um das Ausnahmetalent mit der unverkennbaren Stimme geworden. Und für ein Comeback als geläutertes Opfer ihres Mannes, der offen zugab, seine Frau zum Junkie gemacht zu haben, ist es kaum zuträglich, dass Winehouse vorhat, Blake zurück zu erobern. "Ich liebe meinen Blake immer noch", beteuerte sie kürzlich. Und prompt hat sie das Schicksal wieder eingeholt.

Wie es jetzt weitergeht mit der offensichtlich nicht zu einem gesünderen Lebensstil zu bekehrenden Drama-Queen bleibt abzuwarten. Eigentlich kann man nur hoffen, dass sie bei ihrer Rückkehr nach England nicht nur Blake einen Besuch abstattet, sondern auch ins Studio geht. Ihr Management wird sie dabei sicherlich tatkräftig unterstützen, eine Reise in die Karibik war sie ihnen immerhin wert.

Bis zu ihrer Rückkehr nach England wird die Gerüchteküche um ein neues Album jedenfalls weiter kochen. "Es gibt noch keinen Zeitplan für ein neues Album, aber sie hat ihre Gitarre rausgeholt und jeden Tag geschrieben", berichtete ein Freund von ihr dem "Daily Express". Zeit genug zum Nachdenken und Üben hatte sie jedenfalls. Am Strand, in der Hängematte oder an der Poolbar. Und auf ihrem Balkon. Oben ohne natürlich.