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Anne Hathaway: Mit 32 zu alt für Hollywood?

Anne Hathaway beklagt in einem Interview, sie sei mit Anfang 30 zu alt für gewisse Rollen. Dass nicht nur das Geschlecht, sondern auch das Alter in Hollywood über Erfolg entscheiden, ist ein bekanntes Problem.

Schauspielerin Anne Hathaway

Schauspielerin Anne Hathaway stand bereits als Teenager vor der Kamera

Es war einer der emotionalsten Momente der 87. Oscar-Verleihung: Schauspielerin Patricia Arquette, gerade als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet, forderte in ihrer Dankesrede die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen in Hollywood. Doch nicht nur das Gehalt, auch das Alter von Schauspielerinnen ist ein Thema, das die Filmindustrie seit Jahren bewegt. Im Mai machte Maggie Gyllenhaal publik, dass sie für die Rolle der Geliebten eines 55-jährigen Mannes abgelehnt wurde, weil sie mit 37 Jahren zu alt sei. "Erst habe ich mich schlecht gefühlt, dann wurde ich zornig und schließlich habe ich nur noch darüber gelacht", sagte die Schauspielerin, die 2009 für ihre Rolle im Film "Crazy Heart" für einen Oscar nominiert war.

"Warum hat diese 24-Jährige den Job?"

In einem aktuellen Interview mit der Zeitschrift "Glamour" beklagt nun auch Oscar-Preisträgerin Anne Hathaway, dass sie Rollen an jüngere Kolleginnen verliere. Hathaway wird im November 33. "Als ich Anfang 20 war bekam ich Rollen, die eigentlich für 50-Jährige geschrieben wurden. Nun bin ich Anfang 30 und denke mir: 'Warum hat diese 24-Jährige den Job bekommen?' So läuft das eben", sagt Hathaway.

 Ihren Durchbruch feierte die in New York geborene Schauspielerin mit dem Disney-Film "Plötzlich Prinzessin!" - da war Hathaway 19. Es folgten Kinohits wie "Brokeback Mountain" (2005), "Der Teufel trägt Prada" (2006) und "The Dark Knight Rises" (2012). Für das Drama "Rachels Hochzeit" erhielt Hathaway 2009 ihre erste Oscar-Nominierung, die Trophäe gewann sie schließlich 2013 als beste Nebendarstellerin in "Les Misérables". Seitdem ist es ruhig geworden um die 32-Jährige. Einzige Ausnahme: Ihr Part an der Seite von Matthew McConaughey im Sci-Fi-Drama "Interstellar" (2014).

Auf den Oscar-Triumph folgt der Karriereknick

Dass nach dem Oscar-Sieg der Karriereknick folgt, mussten schon mehrere Hollywood-Schauspielerinnen erleben. Gwyneth Paltrow konnte seit ihrem Triumph 1999 keinen nennenswerten Filmerfolg mehr landen. Ähnlich erging es Halle Berry, Julia Roberts und Reese Witherspoon. Letztere gründete 2012 eine eigene Produktionsfirma, Pacific Standard, die vornehmlich Filme für Frauen schaffen will. Zu den jüngsten Werken zählen der Thriller "Gone Girl" und das Drama "Wild", bei dem Witherspoon die Hauptrolle übernahm und eine Oscar-Nominierung erhielt - neun Jahre nach ihrer Auszeichnung für "Walk the Line". 

Eine der wenigen Frauen, die seit Jahrzehnten Erfolge in Hollywood feiern, ist Meryl Streep. Die heute 66-Jährige weiß um ihre privilegierte Lage und versucht, ihren Kolleginnen zu helfen. Im April rief sie eine Initiative ins Leben, die Drehbuchautorinnen über 40 unterstützen soll. Die Resonanz war überwältigend: 3500 Frauen haben sich beworben, angenommen werden konnten am Ende aber nur zwölf.

jum