Arnold Schwarzenegger Hollywood machte ihn zum US-Präsidenten

Zu Beginn seiner Karriere wurde Arnold Schwarzenegger als schauspielernder Bodybuilder nur milde belächelt. Heute feiert der amtierende Gouverneur von Kalifornien seinen 60. Geburtstag und Hollywood macht ihm das schönste Geschenk - Arni als Präsident der USA.

Arnold Schwarzenegger ist derzeit einer der populärsten Politiker der Republikaner in den USA. Er wurde im Herbst mit einem sehr guten Ergebnis im traditionell demokratischen Kalifornien, dem bevölkerungsreichsten Staat der USA, als Gouverneur wiedergewählt. Von dort aus erteilt er nun, sehr zum Missfallen seiner Parteifreunde, der Regierung von Präsident George W. Bush Lektionen: "Was dem Land richtig schadet, ist die Art und Weise, wie in Washington zurzeit regiert wird", erklärte er Anfang des Jahres. Die Politik dort sei "festgefahren".

Der aus Österreich stammende ehemalige Bodybuilder und Filmschauspieler ("Terminator") feiert heute seinen 60. Geburtstag. Dabei denkt er aber noch nicht an die Rente. Für seine zweite Amtszeit, die gerade erst im Januar begann, hat er sich viel vorgenommen. Er will endlich das Haushaltsdefizit in Kalifornien in den Griff kriegen und die Lage in den überfüllten Gefängnissen verbessern. Darüber hinaus wildert er in den Themengebieten der Demokraten: Er setzte landesweit den höchsten Mindestlohn durch und verspricht nun auch die Einführung einer allgemeinen Krankenversicherung. Schwarzenegger setzt sich zudem auch für überparteiliche Initiativen zur Bekämpfung des Klimawandels ein. Die Menschen hätten das ewige gegeneinander der Parteien satt. Es gebe nun mal keinen demokratischen und keinen republikanischen Planeten Erde, sagte er. "Es gibt nur einen Planeten Erde, und wir alle haben die Verantwortung, für ihn zu sorgen."

Kalifornien hat unter seiner Führung die Vorreiterrolle beim Klimaschutz in den USA übernommen. In Anlehnung an das Kyoto-Protokoll, dessen Unterzeichnung Bush verweigert, hat sich der US-Staat verpflichtet, den landesweiten Schadstoffausstoß bis 2020 auf das Niveau von 1990 zu reduzieren. Und das bei einem erwarteten Bevölkerungswachstum von rund 42 Prozent. "Wir müssen den Treibhausgasen 'Hasta la vista, baby' sagen", erklärte er in Anspielung an einen berühmten Ausspruch als "Terminator".

Alternative Energien werden deshalb massiv subventioniert. Diese sollen schon 2010 ein Fünftel des Energie-Mix ausmachen, derzeit sind es nur elf Prozent. Auch andere gesetzte Ziele scheinen mehr als ehrgeizig. Aber der durchtrainierte Gouverneur ist Optimist: Kalifornien habe die "Muskeln" solche Veränderungen durchzusetzen. Schließlich wäre der US-Staat, als eigenständiges Land betrachtet, die achtgrößte Volkswirtschaft der Erde. Anfangs, als sich der ehemalige Bodybuilder entschied, in die Politik zu gehen, wurde er noch allgemein belächelt. Doch auch Anschuldigungen über sexuelle Verfehlungen in seiner Vergangenheit als Filmstar konnten seinen Aufstieg nicht bremsen.

Schwarzenegger wanderte 1968 in die Vereinigten Staaten ein. Dort machte er als Bodybuilder und Filmstar Karriere. 1980 schloss er ein Fernstudium der Wirtschaftswissenschaften ab. 1983 wurde er amerikanischer Staatsbürger, drei Jahre später heiratete er Maria Shriver, eine Nichte des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy. Das Paar hat vier Kinder im Alter zwischen 10 und 18 Jahren. Doch trotz Schwarzeneggers großer Popularität in den USA steht seinem größten Traum seine europäische Herkunft im Weg: Da er nicht in den USA geboren wurde, kann er laut Verfassung nicht US-Präsident werden. Aber in Hollywood ist alles möglich und dort hat man ihm seinen Traum schon erfüllt: In dem jetzt angelaufenen "Simpsons"-Film ist der mit steirischem Akzent sprechende Schwarzenegger der Präsident der Vereinigten Staaten - wenn auch nur als Zeichentrickfigur.

Jürgen Bätz/AP AP

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