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Außergewöhnlicher Dokumentarfilmer: Les Blank ist gestorben

Zwanzig Minuten, in denen ein deutscher Regisseur einen Schuh isst, haben den Dokumentarfilmer Les Blank bekannt gemacht. Am Sonntag starb der Amerikaner im Alter von 77 Jahren.

Weltweit hatte sich Les Blank vor allem als Macher von Musikdokumentationen einen Namen gemacht. Laut einem Bericht der "Los Angeles Times" ist er am Sonntag in seinem Zuhause in Berkeley, Kalifornien, einem langjährigen Krebsleiden erlegen. Seine in Europa bekanntesten Filme drehen sich um den deutschen Regisseur Werner Herzog. Der hatte wegen einer verlorenen Wette im Jahr 1980 tatsächlich einen Schuh gegessen. Blank machte darüber eine kurze Dokumentation ("Werner Herzog Eats His Shoe") und knüpfte zugleich eine Beziehung zu dem Deutschen.

Später nahm Herzog Blank mit in den südamerikanischen Urwald, als er sein Epos "Fitzcarraldo" mit Klaus Kinski drehte. Blanks Dokumentarfilm darüber ("Burden of Dreams") erregte international Aufsehen und gilt als Blanks bekanntester Film.

In seiner fast 50-jährigen Karriere hat der Dokumentarfilmer 42 Filme fertig gestellt. Ein Großteil davon hat sich mit dem Leben ethnischer Minderheiten in den USA auseinandergesetzt und sich ihnen anhand ihrer traditionellen Musik filmisch angenähert. In seinen Musikdokumentationen porträtierte er nicht nur Künstler sondern ganze Musikstile. Sein letztes Werk war eine Dokumentation über einen abgelegenen chinesischen Volksstamm, den er zusammen mit der chinesischen Filmemacherin Yan Chun Su drehte. Sein Sohn Harrod ist ebenfalls Dokumentarfilmer.

juho/DPA / DPA