Ben Becker "Da lag der Teufel vor mir auf dem Tisch"


Schaupieler Ben Becker spricht erstmals über seinen Drogen-Zusammenbruch im August. In einem stern-Interview erzählt er, wie es zu seinem beinahe tödlichen Absturz kam und von der Konfrontation mit seinem eigenen Ich in der Klinik.

Am Morgen des 27. August rettet der Notruf einer Kneipenbekanntschaft, die Ben Becker mit in seine Berliner Wohnung genommen hat, dem Schauspieler das Leben. Der 42-Jährige liegt leblos in seiner Wohnung, ein Notarzt muss ihn reanimieren, die Polizei findet Drogenutensilien neben dem Star. Sechs Wochen nach diesem fast tödlichen Absturz spricht Ben Becker in einem Interview des stern erstmals über die dramatischen Ereignisse jener Nacht.

"Irgendwann komme ich in die Küche, und da lag der Teufel vor mir auf dem Tisch...", so Becker über den entscheidenden Moment. "Ich wusste: Das ist das Böse. Und dann habe ich, ohne groß zu überlegen, den Ärmel hochgeschoben, vollkommen dilettantisch, ohne Vorkehrungen zu treffen, das Zeugs rein geschoben und abgedrückt, bis nichts mehr drin war. Dann bin ich aufgestanden und dachte noch: Das ballert aber ... dann weiß ich nichts mehr."

Nach dem Absturz wurde der Schauspieler vier Wochen in einer Reha-Klinik behandelt. "Am Anfang dachte ich, die haben alle eine Meise", erzählt Becker. "Ich war mir sicher, ich bin da vollkommen falsch." Die Ursachen für sein Verhalten hätten die Therapeuten auch in Beckers Kindheit gesucht: "Das eigene Leben liegt dann vor einem wie Bausteine. Man kann sie hierhin und dorthin schieben."

Besonders dankbar war Becker für die Gruppentherapie. "Die hat mir am meisten gegeben", erzählt er im stern. "Da sitzt man mit neun Leuten - Manager, Lehrer, Polizisten, ein Augenarzt - und dann finden da ganz absurde Annäherungen statt. Das Harte daran ist die ständige Konfrontation mit den anderen, was dazu führt, dass man sein eigenes Ich sehr genau untersucht. Das alles hat mich sehr mitgenommen."


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