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Dannielynn Smith: Doch kein Million-Dollar-Baby?

Der Streit um Dannielynns Vaterschaft ist geklärt: Larry Birkhead, Fotograf und Exfreund von Anna Nicole Smith, ist der Vater des sieben Monate alten Mädchens. Unklar bleibt jedoch, ob Dannielynn nun wirklich ein Million-Dollar-Baby ist - oder ob sie einen Berg Schulden geerbt hat.

Von Anne Webler

Monatelang stritten sich drei Männer um die Vaterschaft eines Babys: Howard K. Stern, Anwalt und letzter Lebensgefährte von Anna Nicole Smith, war offiziell als Vater des Mädchens Dannielynn angegeben. Doch auch der Fotograf und Ex-Freund von Smith, Larry Birkhead, nahm die Vaterschaft für sich in Anspruch, ebenso wie der Ehemann von Zsa Zsa Gabor, Prinz Frederic von Anhalt. Ob es reine Vaterliebe war, die die Männer vor Gericht trieb, fragte sich so mancher Beobachter. Immerhin galt Dannielynn als Alleinerbin eines mutmaßlichen Milionen-Vermögens, um das ihre verstorben Mutter Anna Nicole jahrelang gekämpft hatte. Doch was wirklich aus dem Besitz des verschiedenen Smith-Ehemanns und Milliardärs J. Howard Marshall geworden ist, ging im Wirrwarr etlicher Prozesse unter.

Als der Öl-Magnat Marshall 1995 nach 14 Monaten Ehe mit Smith im Alter von 90 Jahren starb, vererbte er sein gesamtes Vermögen von geschätzten 1,6 Milliarden Dollar (etwa 1,2 Milliarden Euro) seinem Sohn Pierce Marshall; sein zweiter Sohn James Howard und Witwe Anna Nicole gingen leer aus. Gegen diese Verfügung klagte das Ex-Playmate und forderte die Hälfte von Marshalls Vermögen.

Endlose Prozesse

Es folgte eine Reihe von Prozessen vor verschiedenen Gerichten: Den ersten Prozess verlor Anna Nicole, im zweiten wurden ihr 450 Millionen Dollar (rund 350 Millionen Euro) zugesprochen, ein drittes Gericht reduzierte die Summe auf 88 Millionen Dollar (68 Millionen Euro), beide Entscheidungen wurden jedoch später revidiert. Der Alleinerbe Pierce Marshall starb 2006 im Alter von 67 Jahren, der Streit um das Vermächtnis seines Vaters ging jedoch weiter. Im gleichen Jahr gab das oberste US-Gericht Anna Nicole Smith zunächst Recht, ihr Anliegen weiter juristisch zu verfolgen. Das wohl letzte Gerichtsverfahren läuft derzeit noch und hat damit auch die Klägerin Smith überlebt.

Doch woher hatte Anna Nicole Smith das Geld, gleich mehrere kostspielige Prozesse zu führen? Während ihrer Ehe mit J. Howard Marshall hatte dieser ihr Schmuck und Besitz im Wert von acht Millionen Dollar geschenkt. Aber das Busenwunder hatte auch eigene Einkünfte: Neben ihrer Model-Karriere hatte Smith von 2002 bis 2004 ihre eigene Reality-TV-Show und warb für Schlankheitspillen der Firma TrimSpa.

Dannielynn ist im Testament nicht erwähnt

Doch ob etwas von diesem Vermögen übrig geblieben ist, darf bezweifelt werden. Verschiedene Rechtsexperten vermuten, dass Dannielynn nur Schulden erben wird. Denn Anna Nicole Smith hatte keine guten Argumente im Streit um Marshalls Nachlass: Im Testament des Milliardärs, das er nach der Heirat mit Smith verfasste, ist sie als Erbin nicht erwähnt. Auch wenn ihr das Bundesgericht eine größere Summe zusprach, muss das Berufungsgericht nun entscheiden, ob es überhaupt zulässig war, dass Smith, nachdem sie vor dem Nachlassgericht verloren hatte, sich an das Bundesgericht wandte.

Verliert Smith den Fall, wird die sieben Monate alte Dannielynn statt der erhofften Millionen die Prozesskosten und damit tausende Dollar Schulden erben. Und selbst wenn das Urteil zu Smiths Gunsten ausfällt, ist fraglich, ob Dannielynn damit einen Cent bekommt. Medienberichten zufolge ist Anna Nicole Smith verstorbener Sohn Daniel als einziger Erbe in ihrem Testament erwähnt, das sie 2001 verfasst und nach der Geburt von Dannielynn nicht geändert hat. Smith ließ sogar den Satz einfügen: "Meinen Ehemann habe ich absichtlich nicht berücksichtigt, wie auch zukünftige Ehegatten oder Kinder nicht." Dannielynn wäre damit eindeutig vom Erbe ausgeschlossen. Und ihr Halbbruder Daniel, den Smith als Alleinerben eingesetzt hat, starb bereits vor seiner Mutter im September 2006. Damit sind alle möglichen oder tatsächlichen Erben des Marshall-Vermögens tot: Marshalls Sohn Pierce Marshall, Smith und ihr Erbe Daniel. Trotzdem wird der Streit um die 1,6 Milliarden Dollar wohl weitergehen. Wen sie am Ende reich machen? In jedem Fall die Anwälte.