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Der Richter: Rodney Melville gilt als "fair"

Rodney Melville, der Richter im Prozess gegen Popstar Michael Jackson, gilt unter Kollegen als "extrem fair" und "sehr erfahren".

Rodney Melville, der Richter im Prozess gegen Popstar Michael Jackson, wird von Kollegen als extrem fair und sehr erfahren beschrieben. Der 63-jährige Jurist hat den Ruf, mit sanfter Stimme, aber fester Hand zu agieren und keine Mätzchen im Gerichtssaal zu dulden. Dies musste bei der ersten Anhörung im Januar 2004 auch Popstar Jackson erfahren: Seine 20-minutige Verspätung sei eine "Beleidigung des Gerichts", rügte Melville.

Kurz vor Auftakt des Jackson-Prozesses ließ der Richter auf Antrag der Anklage neues Beweismaterial zu. Die Forderung der Staatsanwaltschaft, den jugendlichen Kläger (15) nur hinter verschlossenen Türen zu hören, lehnte Melville hingegen ab. Nun sind Reporter und die Öffentlichkeit zugelassen, wenn der Junge seine Vorwürfe gegen Jackson erhebt.

Zu den neuen Beweismitteln gehören 2003 auf der Neverland Ranch des Sängers beschlagnahmte Zeitschriften, Bücher und DVD. Melville untersagte der Staatsanwaltschaft, das Material als "pornografisch" oder "obszön" zu bezeichnen. Es dürfe den Juroren nur als "sexuell explizit" oder "für Erwachsene" vorgestellt werden.

Normalerweise werden Richter beim Oberen Gericht in Santa Barbara per Losverfahren ermittelt, doch für den Jackson-Fall wurde Melville wegen seiner langjährigen Erfahrung und Eignung ausdrücklich ernannt. "Er hat von kleinen Diebstählen bis zu Mordfällen mit Todesstrafe alles abgehandelt", erklärte ein Vorsitzender beim Superior Court im Kreis Santa Barbara.

Nach einem Karrierestart als Strafverteidiger im südkalifornischen San Bernardino war Melville Anfang der 70er Jahre in den kleinen Ort Santa Maria gezogen, wo er sich als Strafverteidiger einen Namen machte. 1987 wurde er zum Richter im Kreis Santa Barbara ernannt.

DPA / DPA