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Deutscher Radiopreis: Robbie Williams mischt Gala auf

Bei der Kür der besten Radiomacher des Landes stellt Robbie Williams die Preisträger in den Schatten. Trotzdem ernennt der Brite eigenhändig einen Deutschen zum "coolsten Mann" des Abends.

Selbst als Preisredner hat Popstar Robbie Williams sein Publikum fest im Griff: Der Auftritt des Briten bei der Verleihung des Deutschen Radiopreises am Donnerstag in Hamburg hat das Publikum gleich zu Beginn der Gala begeistert. Im Gespräch mit Moderatorin Barbara Schöneberger zeigte der Entertainer seinen ganzen Witz und Charme - selbst die routinierte Schöneberger blieb da nicht länger cool. Erst recht nicht, nachdem er gleich zu Beginn seines Auftritts den Bauch der Schwangeren küsste.

Die 38-Jährige hatte zuvor auf ihre Schwangerschaft angespielt und beim Anblick des Popstars gerufen: "Die Milch schießt ein!" Dann fügte sie hinzu, sie sei nicht dick, nur schwanger.

Williams konterte: "Das wollte ich auch nicht andeuten. Ich mag es einfach, Damen auf den Bauch zu küssen." Auf die Frage, was er in der jüngsten Zeit gemacht habe, sagte der frühere Take-That-Sänger: "Ich habe Babys und Alben gemacht." Seine Frau Ayda Field (33) ist hochschwanger und steht kurz vor der Geburt des ersten Kindes. Das Baby könnte jeden Moment zur Welt kommen, sagte Williams.

Robbie lobt Udo

Als "coolsten Mann" machte Williams indes einen anderen Musiker aus: Als der 38-Jährige fragte, ob jemand im Saal Zigarre rauche und ob dies überhaupt erlaubt sei, rief Schöneberger: "I think, it's Udo!" Schon sah man Deutschrocker Lindenberg auf der Leinwand lächeln. "The coolest man in the room!", rief Williams. Jubel und Beifall ernteten da beide - der Superstar aus Großbritannien und die deutsche Rocklegende. "Nur Helmut Schmidt und Udo dürfen das noch", erklärte Schöneberger, die daraufhin im Laufe des Abends immer wieder mit den Gästen über den Williams-Auftritt plauderte.

Williams selbst nahm nach seinem Auftritt erst einmal im Saal Platz. Zu den Motiven seines Kommens sagte der Sänger: "Ich bin gekommen, um die lieben Radioleute zu bitten, meine Platten zu spielen. Sie haben mich über eine Reihe von Scheiß-Platten unterstützt, und jetzt habe ich eine gute. Darum ist es schön, hier zu sein." In der nächsten Woche komme seine neue Single "Candy" heraus, das neue Album "Take The Crown" erscheine am 5. November.

Als erster seiner Songs sei der Take-That-Titel "Once She Tasted Love" im Radio gespielt worden, erzählte er. Seine Stimme sei so hoch gewesen, dass sie sich wie die eines Mädchens angehört habe. "Es war nett, aber ein bisschen irritierend."

"Ich weiß auch nicht, was das bedeutet"

In einer kurzen Laudatio kündigte Williams anschließend die Preisträger in der Kategorie "Beste Innovation" an, Christian Bollert und Marcus Engert von detektor.fm auf CrowdRadio. Er verlas einen für ihn vorbereiteten Text voller geschraubt formulierter, lobender Attribute und fügte hinzu: "Ich weiß auch nicht, was das bedeutet." In weiteren Kategorien siegten unter anderem die Morgensendung "Ponik & Petersen - Der NDR 2 Morgen", Deutschlandradio Kultur mit der besten Sendung, radio ffn mit der besten Comedy.

Zum dritten Mal vergaben private und öffentlich-rechtliche Sender gemeinsam die Trophäen in zehn Kategorien. Die Gala im Hamburger Freihafen mit Laudatoren wie Altbundespräsident Richard von Weizsäcker wollten 58 Radiosender live übertragen. 900 geladene Gäste waren gekommen. In zehn Kategorien wollten private und öffentlich-rechtliche Hörfunksender gemeinsam zum dritten Mal die besten Radiomacher des Landes küren.

120 Sender hatten sich mit 252 Produktionen beworben. Die unabhängige Jury des Grimme-Instituts nominierte insgesamt 30 Sendungen und Protagonisten. 58 Radiosender wollten die Show am Abend live übertragen. Auch die Pet Shop Boys sollten noch auftreten.

jar/DPA / DPA