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Schauspieler Jonas Nay: Das ist der Star aus "Deutschland 83"

Er mag Handball, spielt in einer Band und entspannt gern am Meer: Jonas Nay, Hauptdarsteller der Serie "Deutschland 83", übt sich in Bescheidenheit. Zufällig ist der 25-Jährige aber auch eines der größten Schauspiel-Talente der Gegenwart.

Jonas Nay, Deutschland 83

Kaum ein Serienstart wurde je so sehnsüchtig erwartet wie der von "Deutschland 83". Die achtteilige Produktion um einen jungen DDR-Soldaten, der zur Spionage im Westen gezwungen wird, feierte am Donnerstagabend bei RTL Premiere. Im Zentrum der Geschichte steht der NVA-Soldat Martin Rauch, dargestellt von Jonas Nay. Der 1990 in Lübeck geborene Schauspieler gilt als eines der größten Talente seiner Generation.

Alle paar Jahre gibt es in Deutschland Schauspieler, die groß rauskommen könnten. Jonas Nay ist so einer. Der 25-Jährige hat einige starke Auftritte hinter sich: im Mobbing-Drama "Homevideo" oder im Kinofilm über die Krawalle von Rostock-Lichtenhagen 1992. Mit "Tannbach" ging es für ihn auf Zeitreise in die deutsche Nachkriegsgeschichte. Gerade drehte er die Siegfried-Lenz-Verfilmung "Schweigeminute". Vor allem ist Nay mit "Deutschland 83" der Hoffnungsträger für hiesige Serien: Endlich mal eine, die in einem Atemzug mit "Homeland" genannt wird. In der RTL-Produktion, die ab 26. November wöchentlich um 20.15 Uhr läuft, dreht sich fast alles um ihn. Er spielt einen jungen DDR-Grenzsoldaten, der zur Spionage in die BRD und in eine Bundeswehrkaserne geschleust wird.

Für die Rolle bekam Nay, der mal Zivildienstleistender in einem Behindertenheim war, Schieß- und Militärtraining. Außerdem hatte er einen Berater aus Nato-Kreisen, der damals bei dem Manöver "Able Archer" dabei war, das in der Serie vorkommt. Und: "Untypischerweise bin ich mit der Musik der 80er Jahre aufgewachsen. Das war die Musik meines Vaters. Billy Joel, Elton John, Police oder Genesis. Das habe ich als zwölf oder 13 Jahre alter Stöpsel gehört und selber gesungen." Die Vorstellung, dass Deutschland mal geteilt war? Für ihn "total absurd".

Nay hat ein aufregendes Jahr hinter sich. Er durfte mit "Deutschland 83" nach New York reisen und gab dort seine ersten Interviews auf Englisch. Die Serie lief zuerst im US-Fernsehen - für eine deutsche Produktion ein Ritterschlag. Die "New York Times" feierte "Deutschland 83" als eine der aufregendsten Serien und prophezeite internationalen Erfolg. Die Idee zur Serie stammt von Anna Winger, einer in Berlin lebenden Amerikanerin, produziert wurde das Format von Nico Hofmann. Der erwägt bereits eine Fortsetzung, die dann im Jahr 1986 spielen könnte. Doch dafür müssen die Quoten stimmen. Die beiden Auftaktfolgen von "Deutschland 83" sahen 3,19 Millionen Menschen - ein eher verhaltener Start.

jum/DPA