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Die Middleton-Schwestern Pippa und Kate: Mehr Foto als Story

Das britische Königshaus hat die Pipparazzi und Kate-Erklärer an die Kette genommen. Was bleibt sind Fotos. Und frei flottierende Spekulationen.

Von Cornelia Fuchs, London

In London leben Film-, Fernseh- und Popstars en masse. Und dann gibt es die Middleton-Schwestern. Seit die eine Prinz William geheiratet und die andere der Welt ihren perfekt proportionierten Popo präsentiert hat, gibt es in der Welt der Klatsch-Geschichten ein neues Genre: Meldungen über die Geschicke von Kate, der Herzogin von Cambridge, und von Pippa, der hübschen Unverheirateten.

Das Problem dabei: Es gibt kaum Neuigkeiten. Die Schwestern selber reden nicht mit der Presse. Die Freunde der Schwestern reden ebenfalls nicht mit der Presse – wahrscheinlich eine der wichtigsten Gründe, warum die Middleton-Familie in die königliche einheiraten durfte. Prinz William, so heißt es, prüft jeden Neuzugang im privaten Kreis mit erfundenen Geschichten. Wenn diese in irgendeiner Form irgendwo gedruckt auftauchen, wird der Zugang für alle Zeit blockiert. Im Zweifel verlässt er sich sowieso lieber auf Altbekanntes. Der Freundeskreis des Herzogs und der Herzogin von Cambridge besteht zum größten Teil aus Menschen, die beide seit ihren Schul- und spätestens Studienzeiten kennen.

Turn-Around nach Diana

Das Fehlen von wirklichen Nachrichten über die zwei heißen Schwestern hält jedoch keine Zeitung davon ab, jeden Tag neue Bilder und Meldungen über Pippa und Kate zu drucken – und keinen Leser, eben diese mit hunderten Bemerkungen zu kommentieren. Pippas oder Kates Bild auf dem Cover verkauft Auflage und produziert Klickzahlen – das ist bei stern.de so wie bei der altehrwürdigen britischen Zeitung The Times. Kate und Pippa sind jetzt in Dianas Liga, der Godmother aller Gesellschaftsgeschichten.

Geändert hat sich allerdings seit Dianas tragischen Zeiten die Herangehensweise der Klatschreporter. Die Schwestern werden mit sehr respektvoller Distanz behandelt. Keine Paparazzi lauern vor Haustüren wie bei Diana und wie vor dem Appartement der damals noch unverheirateten Kate Middleton im Frühjahr 2007. Ihre Flucht vor den Paparazzi auf dem Weg zur Arbeit provozierte vor vier Jahren böse Reaktionen von Prinz William und dem Presseteam der Königin. Chefredakteure wurden kontaktiert, Strafen wie der Ausschluss von zukünftigen königlichen Reisen diskutiert. Fotografen sahen sich mit Klagen konfrontiert, als sie später zum Beispiel Kate Middleton beim Tennisspielen zu Weihnachten ablichteten. Das will niemand mehr riskieren – zumindest im Moment nicht.

Kate trägt Klamotten auf - mon dieu!

Bleiben also die Aufnahmen der Schwestern bei Auftritten zu offiziellen Anlässen. Entsprechend sehen wir Pippa in Jeansjacke beim Tennisturnier und in perlenbesticktem Seiden-Mantel mit Federhut beim Hochzeitsgottesdienst eines Freundes in Berkshire. Ihre Schwester Kate erscheint mit perlenbesticktem Kleid bei Wohltätigkeitsveranstaltungen und im Seidenkleid ebenfalls bei der Freundes-Hochzeit. Den Experten der britischen Zeitungen bleibt angesichts so viel langweiliger Schönheit nichts weiter übrig, als über den Inhalt der Bilder zu philosophieren – was hier pflichtschuldigst wiedergegeben werden soll: Kate hat offensichtlich das Auftragen geliebter Kleidungsstücke zum neuen Trend erhoben. In diesen Tagen erschien sie gleich mehrfach in bereits (meine Güte!) bekannten Kleidungsstücken: das schwarz-weiße Kleid trug sie im Nachtclub Boujis im Jahr 2007 und gestern beim Besuch der Hochzeit, ein blauer taillierter Seidenmantel schmückte sie 2009 bei einer der scheinbar endlosen Hochzeiten, die sie regelmäßig besucht, und an diesem Wochenende zum Geburtstagsgottesdienst ihres Schwieger-Großvaters Prinz Philip. Bei Schwester Pippa deuteten die Zeitungen die Körpersprache: Angeblich hat Pippa ihren Freund, den Banker und Ex-Cricket-Spieler Alex Loudon, sitzen lassen. Vergnügt hat sie sich auf Tennisturnieren und einem Kurzurlaub mit ihrem Ex George Percy, dem Erben des Herzogs von Northumberland, einem der reichsten Männer Großbritanniens. Für dessen Geothermal-Geschäft soll sie übrigens auch als Lobbyistin unterwegs sein– wobei noch niemand erklärt hat, wen sie wo überzeugen soll, zur Energiegewinnung tiefe Löcher in den Boden zu bohren.

Zum Stand von Pippas Liebesleben gibt es von der Familie – trotz vieler Nachfragen – keinerlei Kommentar. Was niemanden davon abhalten wird ab jetzt jeden Mann an ihrer Seite zu ihrem neuen Beau zu adeln. Interessant wird es sein, wie lange sich die bekannt bärbeißigen britischen Boulevard-Blätter weiter vornehm zurückhalten mit der Verfolgung der nicht-königlichen Pippa. Und wie sehr ihre royal-verbundene Schwester sie dann vor zu viel Zudringlichkeit schützen kann. Egal, was passiert, wir werden es sicherlich mitbekommen. Über diese oder andere Seiten.