Inhaftierter Musiker Donald Trump lehnt Begnadigung von Sean "Diddy" Combs ab

Donald Trump und Sean "Diddy" Combs (re.) kennen sich bereits seit vielen Jahren.
Donald Trump und Sean "Diddy" Combs (re.) kennen sich bereits seit vielen Jahren.
© John Barrett/PHOTOlink/Everett Collection
Sean "Diddy" Combs bat Donald Trump per Brief um Begnadigung. Der US-Präsident lehnt das Gesuch jedoch ab, wie er jetzt verriet.

US-Präsident Donald Trump, 79, hat eine Begnadigung für den inhaftierten Musikmogul Sean "Diddy" Combs, 56, vorerst ausgeschlossen. In einem Interview mit der "New York Times" bestätigte Trump am Donnerstag erneut, dass Combs ihn in einem Brief um Gnade gebeten habe. Doch der Präsident stellte nun klar: Er erwäge aktuell nicht, dem Gesuch nachzukommen. "Er hat mich um eine Begnadigung gebeten", sagte der Präsident. Die Anfrage sei "durch einen Brief" erfolgt. Auf die Frage nach Details bot Trump den Reportern sogar an, den Brief zu zeigen – tat es dann aber nicht. 

Combs verbüßt derzeit eine 50-monatige Haftstrafe. Der Gründer des Labels Bad Boy Records war im Juli 2025 in zwei Anklagepunkten im Zusammenhang mit Prostitution schuldig gesprochen worden. Von den schwerwiegenderen Vorwürfen des Menschenhandels und der organisierten Kriminalität wurde er freigesprochen. Im Mai 2025 wurde Trump bei einer Pressekonferenz gefragt, ob er eine Begnadigung in Erwägung ziehen würde. Damals antwortete er noch ausweichend: Er würde sich die Fakten ansehen, wenn er glaube, jemand sei ungerecht behandelt worden.

Donald Trump und Sean "Diddy" Combs: Freundschaft zerbrach an der Politik

Die beiden kennen sich seit den 1990er-Jahren, wurden gemeinsam auf diversen Veranstaltungen fotografiert. Doch die Beziehung kühlte merklich ab, als Trump 2016 in die Politik einstieg. Gegenüber dem Sender Newsmax erklärte der Präsident im vergangenen Jahr: "Ich war sehr freundlich mit ihm. Ich kam gut mit ihm aus. Schien ein netter Kerl zu sein." Doch als er für ein Amt kandidierte, sei Combs "sehr feindselig" geworden.

Im Wahlkampf 2020 hatte Combs öffentlich Trumps Absetzung gefordert und erklärt, "weiße Männer wie Trump" müssten "verbannt" werden. Diese Äußerungen scheint der Präsident nicht vergessen zu haben. "Wir sind Menschen. Wir mögen es nicht, wenn Dinge unser Urteilsvermögen trüben", sagte Trump. "Wenn man jemanden kannte und alles in Ordnung war, und dann kandidiert man für ein Amt und er macht solche schrecklichen Aussagen – das macht es schwieriger."

Trumps persönliches Urteil: "Im Grunde halb unschuldig"

Nach dem Urteil im August kommentierte Trump den Ausgang des Prozesses knapp: Combs sei "im Grunde halb unschuldig" gewesen. "Er hat einen Sieg gefeiert, aber ich schätze, es war kein so guter Sieg."

Im Oktober wurde Sean Combs zu einer Haftstrafe von insgesamt 50 Monaten verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine Strafe von mehr als elf Jahren gefordert. Combs saß bereits seit einer Verhaftung im September 2024 in Untersuchungshaft. Diese Zeit wird ihm angerechnet. Laut der Webseite des Federal Bureau of Prisons ist der voraussichtliche Termin für die Entlassung des Rappers derzeit der 8. Mai 2028.

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