Die Auswirkungen des Epstein-Skandals um ihren Vater Andrew Mountbatten-Windsor scheinen für Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie immer größer zu werden – und bringen auch für sie Konsequenzen mit sich. In den vergangenen Wochen haben sich mehrere Entwicklungen ergeben, die zeigen, wie stark der Druck auf die beiden Royals inzwischen ist.
So hat sich die Menschenrechtsorganisation „Anti-Slavery International“ dazu entschlossen, die Zusammenarbeit mit Prinzessin Eugenie als Schirmherrin nach sieben Jahren zu beenden. Ihr Profil wurde vollständig von der Website der Organisation entfernt. In einer Erklärung hieß es: „Nach sieben Jahren ist unsere Schirmherrschaft durch HRH Princess Eugenie of York geendet. Wir danken der Prinzessin sehr für ihre Unterstützung von Anti-Slavery International. Wir hoffen, dass sie weiterhin daran arbeitet, die Sklaverei endgültig zu beenden und Freiheit für alle zu ermöglichen.“
Eugenie hatte sich über Jahre hinweg öffentlich für Opfer moderner Sklaverei und Menschenhandel eingesetzt. Parallel dazu ist sie Mitgründerin der Organisation „The Anti-Slavery Collective“. Allerdings prüft die britische Charity Commission derzeit „Bedenken“ über die Finanzen der Organisation. Laut veröffentlichten Zahlen verzeichnete die Initiative im vergangenen Jahr Einnahmen von 92.311 britischen Pfund, bei Ausgaben von 301.024 Pfund – der größte Teil davon entfiel auf Gehälter, schreibt die „Daily Mail“.
Prinzessin Beatrice und Eugenie halten sich derzeit aus der Öffentlichkeit raus
Außerdem geraten auch die öffentlichen Auftritte der beiden Schwestern zunehmend unter Beobachtung. In den vergangenen Wochen, in denen die Berichte über ihren Vater und ihre Mutter durch die Epstein-Files immer lauter wurden, sah man die Schwestern kaum in der Öffentlichkeit. Es heißt, dass Beatrice und Eugenie in diesem Jahr auch nicht am traditionsreichen Pferderennen Royal Ascot teilnehmen dürfen. Auch ein Platz in der Royal Box sowie die Teilnahme an der königlichen Prozession sollen ihnen verwehrt worden sein. Eine gut informierte Quelle sagte der „Mail on Sunday“: „Ich habe mit meiner Freundin gesprochen, die in Ascot arbeitet, und sie sagte, den Mädchen wurde mitgeteilt, dass sie dieses Jahr nicht dort sein können. Beatrice hat es am schwersten getroffen. Sie wurde von all dem völlig überrascht.“
Auch für kommende Familienauftritte der Royals könnte ihre Teilnahme fraglich sein. Royal-Expertin Jennie Bond erklärte dem „Mirror“: „Ich bin sicher, dass den beiden Frauen der Schaden bewusst ist, der der königlichen Familie zugefügt wurde. Und es scheint mir, dass der beste Weg, ihren Onkel und ihre Cousins zu unterstützen, darin besteht, vorerst Abstand zu halten.“ Sie fügte hinzu: „Ob sie es mögen oder nicht – wenn sie teilnehmen würden, würden sie unerwünschte Medienaufmerksamkeit auf sich ziehen. Deshalb könnte es für alle Beteiligten besser sein, wenn sie sich vorerst zurückhalten.“
Für Beatrice und Eugenie ist die Situation besonders heikel, weil ihre Rolle als Prinzessinnen einen zentralen Teil ihrer Identität darstellt. Ihr Titel und ihre Zugehörigkeit zur königlichen Familie prägen ihr gesamtes Leben. Beobachter betonen immer wieder, dass die beiden diese Verbindung keinesfalls verlieren möchten und sich weiterhin als Teil der Royal Family verstehen. Die beiden Prinzessinnen selbst haben sich bislang weder zu den neuen Enthüllungen rund um Jeffrey Epstein noch zu den Vorwürfen gegen ihren Vater geäußert.
Ihr Vater, Andrew Mountbatten-Windsor, bestreitet weiterhin jegliches Fehlverhalten. Beobachter betonen zudem, dass es keinerlei Hinweise auf ein Fehlverhalten von Beatrice oder Eugenie im Zusammenhang mit Epstein gibt. Andrew steht seit Jahren wegen seiner engen Verbindung zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein massiv in der Kritik. Besonders schwer wogen die Vorwürfe der US-Amerikanerin Virginia Giuffre, die ihm sexuellen Missbrauch vorwarf – ein Zivilverfahren wurde 2022 außergerichtlich beigelegt. Seit der Veröffentlichung der Epstein-Files kommen immer mehr Details zu seiner Verbindung ans Licht.
Inzwischen werden sogar die Positionen der Prinzessinnen in der britischen Thronfolge diskutiert, nicht nur die ihres Vaters. Beatrice steht derzeit an neunter Stelle, Eugenie an zwölfter. Laut Experten wäre eine Änderung allerdings „verfassungsrechtlich kompliziert“ und würde ein entsprechendes Gesetz erfordern.
Für die beiden Prinzessinnen bedeutet der Skandal ihres Vaters damit offenbar zunehmend, dass sie sich aus dem öffentlichen Leben der Royal Family zurückziehen müssen – zumindest vorerst.