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Nach Trump-Wahl: Evan Rachel Wood spricht über ihre Vergewaltigungen

Eigentlich wollte sie schweigen, doch nach der Trump-Wahl reichte es ihr: Die Schauspielerin Evan Rachel Wood hat erstmals erzählt, dass sie vergewaltigt wurde. Und zwar zwei Mal.

Evan Rachel Wood

Die Schauspielerin Evan Rachel Wood sprach über ihre Vergewaltigungen

Zum ersten Mal hat die US-Schauspielerin Evan Rachel Wood über schreckliche Erfahrungen aus ihrer Vergangenheit gesprochen. Die 29-Jährige, die vor allem aus der HBO-Serie "Westworld" bekannt ist, schrieb dem Magazin "Rolling Stone" einen Brief, den sie auch auf Twitter veröffentlichte. Darin berichtet Wood von zwei Vergewaltigungen, die sie erleben musste.

"Ich finde nicht, dass wir in einer Zeit leben, in der man länger schweigen kann. Ich kann es jedenfalls nicht. Nicht, wenn unsere Welt so unverhohlen Fanatismus und Sexismus zeigt", erklärt sie. Wood hatte dem Magazin zuvor ein Interview gegeben und nur ausweichend auf Fragen nach psychischen Problemen geantwortet. Am Tag nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten entschied sie sich dann, den Brief an die Redaktion zu schicken. 

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Evan Rachel Wood suchte - wie viele Opfer - die Schuld bei sich selbst

"Um deine unverblümte Frage ebenso direkt zu beantworten: Ja, ich wurde vergewaltigt. Einmal von meinem Partner, während wir noch liiert waren. Ein anderes Mal von einem Bar-Betreiber. Beim ersten Mal wusste ich nicht, ob es eine Vergewaltigung ist, wenn man mit der Person zusammen ist. Dann war es zu spät. Und wer hätte mir geglaubt. Beim zweiten Mal dachte ich, dass es meine Schuld gewesen sei, weil ich mich stärker hätte wehren müssen. Aber ich hatte Angst", heißt es in dem berührenden Brief der Schauspielerin. Das sei alles viele Jahre her und heute wisse sie, dass sie weder Schuld daran habe noch das irgendetwas davon in Ordnung war.

"Wir müssen darüber sprechen, denn es wird unter den Teppich gekehrt, als sei es nichts, aber ich werde das nicht als normal akzeptieren", so die Schauspielerin. Donald Trump hatte im Wahlkampf mit seinen Aussagen über Frauen für Aufsehen gesorgt. Unter anderem tauchte ein Mitschnitt eines Gesprächs auf, in dem der zukünftige Präsident der USA damit prahlt, Frauen gegen ihren Willen zu begrapschen und zu bedrängen.


sst