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FEIERLICHKEITEN: England trauert um »Queen Mum«

Nach dem Tod von »Queen Mum« herrscht in Großbritannien Staatstrauer. Zugleich bereitet sich das Land auf einen pompösen und eindrucksvollen Abschied von der Königinmutter vor, die am Samstag im Alter von 101 Jahren gestorben war.

In Großbritannien hat am Montag das offizielle Programm zur Trauer um die am Samstag gestorbene Königinmutter begonnen. An zwölf Orten im Königreich und in Gibraltar bereiteten Soldaten einen Kanonen-Salut von jeweils 41 Schuss vor, der um 12.00 Uhr (Ortszeit) abgefeuert werden sollte.

Zugleich begann ein vier Stunden dauerndes »gedämpftes Läuten« der zwölf Glocken der St. Paul's Cathedral in London - erstmals seit dem Tod von Winston Churchill 1965. Schon am Sonntag war dort die so genannte Staatsglocke eine Stunde lang geläutet worden.

Die britische Königsfamilie hatte am Sonntag der im Alter von 101 Jahren gestorbenen »Queen Mum« die Ehre erwiesen. Königin Elizabeth II. (75) und die 15 anderen engsten Mitglieder der Familie hatten sich zu einer etwa halbstündigen Andacht am Sarg zusammengefunden. Zuvor hatten sechs Träger den Sarg der Königinmutter aus deren Haus im Park von Windsor in die wenig entfernte Royal Chapel of All Saints getragen.

Den Trägern folgte ein Angestellter mit einem Topf, in dem sich eine Jasminpflanze befand und der später vor dem Katafalk aufgestellt wurde: Es handelte sich um ein Oster-Geschenk von Prinz Charles (53), dem Thronfolger und Lieblingsenkel der Königinmutter. Die Pflanze stand im Moment des Todes neben dem Bett von »Queen Mum«.

Die organisatorischen Vorbereitungen für die Trauerfeiern liefen am Montag bereits auf Hochtouren, während sich vor Schloss Windsor und anderen Schlössern immer wieder Trauernde einfanden. Vor dem Palast von Westminister wurden Zelte für Sicherheitskontrollen errichtet. In der Westminster Hall wird der Sarg von »Queen Mum« ab Freitag vier Tage lang aufgebahrt. Britischen Presseberichten zufolge wird mit mehreren Hunderttausenden gerechnet, die vier Tage lang am Sarg vorbeidefilieren möchten.

Am 9. April soll der Königinmutter, dem wohl beliebtesten Mitglied des Königshauses, mit einem Trauerakt in der Westminster-Abtei und einer langsamen Fahrt des Sarges durch die Straßen Londons ein pompöser Abschied bereitet werden. Am Nachmittag wird der Sarg in der Königsgruft der St. Georgs-Kapelle von Schloss Windsor neben dem des vor 50 Jahren gestorbenen Ehemannes, König Georg VI., beigesetzt. Zugleich findet in dieser Gruft auch die Urne mit der Asche von Prinzessin Margaret, die nur 49 Tage vor ihrer Mutter starb, die letzte Ruhestätte.

Am Dienstag wird der Sarg von Windsor zunächst in die Kapelle des St. James's-Palasts in London gebracht. Von dort wird er dann am Freitag in die Westminster Hall übergeführt. »Es ist eine sehr traurige Zeit für die Königin«, sagte ein Angestellter des Buckingham-Palasts. »Innerhalb von zwei Monaten hat sie ihre Mutter und ihre Schwester verloren. Aber sie ist stoisch.«