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Flugangst: "Heute sind die Götter mit uns"

Talisman, lackierte Fingernägel oder Alkohol: Menschen mit Flugangst bereiten sich besonders auf die Reise in der Höhe vor. Auch und gerade betroffene Prominente.

Die eine vertraut auf ihren Talisman, die andere lackiert sich die Fingernägel in einer bestimmten Farbe, ein dritter bestellt an Bord einen Wein nach dem anderen. Gegen Flugangst gibt es die unterschiedlichsten Strategien, und statistisch gesehen scheinen die meisten sogar zu helfen. Sogar vielfliegende Fernsehstars werden gelegentlich von Panikattacken über den Wolken heimgesucht. Ein Buch deckt es auf: "Flugangst... wenn Promis abheben" (Bostelmann & Siebenhaar Verlag, 160 Seiten, 14,80 Euro). Stilecht wurde es präsentiert: hoch über Berlin in einer Boeing 737.

"Alle Macken dieser Welt"

Mit an Bord: Prominente, die ihre Schwäche bekennen. Besonders schlimm erwischt es jedes Mal die Schauspielerin Renan Demirkan. "Ich habe alle Macken dieser Welt: Platzangst, Höhenangst, Tiefenangst, Flugangst. Im Flugzeug kommt alles zusammen." Ohne Talisman bewegt sich Demirkan nicht aus dem Haus. Für Flüge von mehr als drei Stunden Dauer scheint deren Kraft aber nicht zu reichen: "Ich war noch nie in den USA, obwohl meine Tochter inzwischen dort lebt."

Ebenso verspürt auch Modeschöpfer Otto Kern auf langen Flügen ein "mulmiges Gefühl", wie er sagt. Dabei hat er sogar einen Flugschein. "Je besser man sich auskennt, desto schwieriger wird's", so Kerns Erfahrung, die den Empfehlungen von Flugangst-Therapeuten freilich widerspricht.

Unterschiedliche Befunde

Auch sonst sind die Befunde uneinheitlich: Während Fernsehmoderator Werner Schulze-Erdel Fensterplätze konsequent meidet, brauchen andere Autoren die Orientierung durch den Blick ins Freie. Zu den Ängstlichen gehören auch Wladimir Klitschko, Hans Meiser, Peter Kloeppel, Sandy von den No Angels und das Duo Hauser & Kienzle.

Absturz war unwahrscheinlich

Einige der Prominenten zogen es vor, erst zum anschließenden Empfang zu erscheinen - aus Flugangst. Trotz einiger Turbulenzen gegen Ende des Fluges erweisen sich die Befürchtungen aber als unbegründet. Die vorher besonders sorgfältig gewartete Maschine der Air Berlin landet sicher in Berlin-Tegel. Den Absturz speziell dieses Flugzeuges hatte sogar Renan Demirkan vorher für unwahrscheinlich erklärt: "Heute sind die Götter mit uns, das spüre ich."

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