Gunter Sachs Ein Playboy wird 75


Er prägte das Lebensgefühl einer ganzen Generation, führte die Deutschen mit Stil zurück in den internationalen Jetset und lebte das Leben, von dem Tausende Männer träumen: Gunter Sachs. Deutschlands berühmtester Playboy feiert heute seinen 75. Geburtstag.

Er ist der letzte seiner Klasse: Gunter Sachs, der ewige Playboy sagt selbst, dass es Lebemänner seines Kalibers nicht mehr gibt. Dass man ihn mit diesem Titel weiterhin belegt, schmeichelt ihm daher umso mehr. Am 14. November wird Sachs 75. Es sei doch erfreulich, dass er in dem Alter noch als "Boy" bezeichnet werde, sagte er der Zeitschrift "Bunte". Doch der Unternehmersohn aus dem bayerischen Schweinfurt versteht sich vor allem als Künstler - sowohl was seinen Lebensstil angeht, als auch sein Engagement für Fotografie und Kunst.

Bekannt wurde er unter anderem als Ex-Mann der französischen Schauspielerin Brigitte Bardot. Ihr schreibt er noch heute - Jahrzehnte nach der Scheidung - gelegentlich. Da könne man sich nicht streiten, meint er und gibt damit ein wenig von der schwierigen Beziehung der beiden preis. Sie hatten 1966 glamourös geheiratet, waren aber drei Jahre später schon wieder geschieden - die Leidenschaft war erloschen. Insgesamt dreimal sagte Gunter Sachs vor dem Standesamt Ja. Elf Jahre vor seiner Hochzeit mit dem französischen Filmstar heiratete er seine erste Frau Anne-Marie Faure. Sie starb drei Jahre später an den Folgen eines Verkehrsunfalls.

Der auf Schloss Mainberg geborene Erbe der Kugellager- und Motorenwerke Fichtel & Sachs ist jedoch nach eigenen Angaben eigentlich ein "Ein-Frauen-Typ" - seit rund 38 Jahren lebt er mit seiner dritten Ehefrau, dem ehemaligen schwedischen Fotomodell Mirja Larsson, in London. Daneben besitzt er ein Haus in Pully bei Lausanne am Genfer See. Er hat drei Söhne. Gerne hätte er eine Tochter gehabt, verriet er der "Bunte".

Das Erbe ermöglichte ihm, ein Leben nach eigenem Geschmack zu führen - und etwas daraus zu machen. Erfolgreich war in den verschiedensten Metiers. Schon während seines Mathematikstudiums in Lausanne entdeckte er sein Interesse für die Kunst und Fotografie. Er machte diese Liebe zum Zentrum seines Lebens, sammelte und fotografierte. Etwa für den 1991 erschienenen Bildband "Heldinnen" mit dem Star-Model Claudia Schiffer.

Dank seiner Schlaflosigkeit gelang es ihm, seine beiden Leben erfolgreich zu kombinieren. Während andere sich tagsüber von den Partys in St. Tropez - Sachs' Spielplatz als Playboy - erholten, führte er am Telefon seine Geschäfte. Etwa für das Familienunternehmen Fichtel & Sachs AG, der Wiege des Fahrrad- Freilaufs. Auch machte er als Besitzer einer internationalen Kette von Modeboutiquen von sich Reden. Zudem war er einst einer der meistbeschäftigten Fotografen der Modezeitschrift "Vogue". Die Erlöse aus den Verkäufen seiner Fotos fließen in eine Stiftung seiner Frau Mirja, die notleidenden Kindern in aller Welt hilft.

Eine andere Passion des Lebemanns ist die Astrologie. 1995 startete er ein eigenes Schweizer Institut, wo die statistisch messbare Verbindung zwischen Sternzeichen und menschlichem Verhalten geprüft wurde. Sein Buch "Die Akte Astrologie" hat ihm nicht nur wohlwollende Kritiken eingebracht.

Der noch heute mehr als Frauenheld denn als Künstler einer breiten Öffentlichkeit bekannte Franke zeigt seit dem Frühjahr in Leipzig seine Ausstellung "Die Kunst ist weiblich". Sie soll den Sammler und Künstler Gunther Sachs umfassend präsentieren. Er fürchte, dass die Ausstellung die Krönung seines künstlerischen Schaffens werde. "Krönung hat ja so was von Ende und Anfang. Vielleicht erlebe ich danach eine Wiedergeburt", zitierte ihn die "Bunte".

Heinz-Peter Dietrich/DPA DPA

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