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HOCHZEIT: Die Prinzessin und der Dandy

Die norwegische Prinzessin Märtha Louise heiratet heute in Trondheim den Schriftsteller Ari Behn. Zur Eheschließung haben sich Angehörige fast aller europäischen Königshäuser angekündigt.

Wenn die Hochzeit von Prinzessin Märtha Louise und ihrem bürgerlichen Auserwählten Ari Behn am Samstag überstanden ist, beginnt für Norwegens ältestes Königskind auch beruflich ein völlig neues Leben. Statt ständig Kindergärten, Brücken und Museen einzuweihen, will die 30-Jährige lieber »ganz normal« Geld verdienen und hat deshalb schon vor der Eheschließung auf ihren Titel »Königliche Hoheit« verzichtet. Märtha Louise kann dann gegen Honorar als »Kulturvermittlerin« angeheuert werden und tritt nur noch ausnahmsweise umsonst als Angehörige des Osloer Königshauses auf.

Von der Prinzessin zur Vorleserin

Ihre sehr konkreten Pläne in dieser Richtung stellte die Schwester von Kronprinz Haakon (28) zwei Tage vor dem Gang zum Traualtar in Trondheim vor. Im Herbst steht eine Tournee mit dem Osloer Gospelchor an, bei der Märtha Louise Märchen und andere Geschichten vorlesen soll. Außerdem hat sich der größte norwegische TV-Sender NRK die Mitarbeit der Prinzessin bei diversen Programmen gesichert und will Märtha Louise vor allem zu Weihnachten wie schon in den vergangenen Jahren als hohe Einschaltquoten sichernde »Märchentante« einsetzen.

Wandertour in den Ehehafen

Das norwegische Fernsehpublikum weiß dank einer live übertragenen Pressekonferenz mit Märtha Louise und ihrem professionell schriftstellernden Ehemann Ari Behn (29) auch, dass beide im November ein Buch über die Hochzeit sowie die gemeinsame Wandertour in den Tagen zuvor auf den Markt bringen. Es gilt in Oslo zumindest als zweifelhaft, ob der gerne mit gepflegtem Dreitage-Bart auftretende Behn mit solchen Aktivitäten genauso schnell zu jedermanns »Darling« wird wie die vor neun Monaten per Heirat zum Hof gestoßene Prinzessin Mette-Marit (28).

Die allein erziehende Mutter aus bescheidenen Verhältnissen hatte sich vor ihrer Hochzeit mit Kronprinz Haakon unter Tränen zu Drogenkonsum in einer wilden Jugendphase bekannt und um Verzeihung für diverse Fehltritte gebeten. Behn dagegen antwortete eher kühl und im Stil eines ausgebufften Medienprofis, er werde Fragen auf Drogenerfahrung nicht beantworten. Dass er in Las Vegas dank einer TV-Kamera beim gemeinsamen Schnupfen von Kokain mit Prostituierten zu besichtigen war, erklärte Behn als »satirische Inszenierung« westlicher Dekadenz.

Provokanter Medienprofi

Über seine literarische Qualitäten mit bisher einem Buch unter dem Titel »Verflucht öde« sind die Meinungen in Norwegen geteilt. Gespannt wartet die Öffentlichkeit, ob Behn seinen ausgeprägt provokativen Stil mit heftiger Fäkalsprache und ständiger Selbstinszenierung als »Dandy« beibehalten wird. Wie auch immer: Schon die ersten Nachrichten über seine Romanze mit der Prinzessin ließ die Auflage seines Buches auf beachtliche 80 000 Exemplare klettern.

Vom Titel her bleibt Ari Behn auch nach dem Jawort im prunkvollen Trondheimer Nidaros-Dom einfach »Herr Behn« oder, wie in Skandinavien zwischen jedermann außer den Königlichen üblich, Ari. Als aber doch fürstliches Hochzeitsgeschenk von König Harald V. und Königin Sonja kann das Brautpaar mit einem standesgemäßen Wohnsitz am Rande von Oslo rechnen. Die zeitweise im Internet veröffentlichte Liste der Geschenkwünsche von Märtha Louise und Ari hat der Hof von seiner offiziellen Homepage wieder heruntergenommen, als die Zeitung »Aftenposten« die »milde ausgedrückt unbescheidene« Liste kritisierte.

Ganz oben stand darauf ein Porzellanservice »Flora Danica« für zwölf Personen zum Kaufpreis von 600 000 Kronen (80 000 Euro). Eine Tasse allein kostet 7600 Kronen. Statt der Wunschliste mit Kunstgegenständen, einem CD-Schrank, Küchenausrüstung und dergleichen findet man auf der Internetseite jetzt die Aufforderung, für den »Prinzessin Märtha Louise Fond« zu Gunsten Behinderter zu spenden. (Internet: Das norwegische Königshaus.

ARI BEHN - Bräutigam von Prinzessin Märtha Louise: »Ich scheiße auf Deutsche«

Ari Behn, der künftige Ehemann der norwegischen Prinzessin Märtha Louise, hat auf literarisch bizarre Weise einer extremen Abscheu gegenüber den Deutschen Ausdruck verliehen. Einen Reisebericht aus New York für das Osloer Internetmagazin »femme.no« leitete der heute 29 Jahre alte Schriftsteller vor anderthalb Jahren mit den Sätzen ein: »Ich scheiße auf alles Deutsche, sie sind schlechte Menschen und zu nichts anderem zu gebrauchen als zum Fußballspielen. Ich weiß auch, dass sie gut darin sind, Kriege anzufangen.«

Zwei Tage vor der Hochzeit Behns mit der ein Jahr älteren Prinzessin bestätigte die Redaktion des Magazins, dass der Beitrag von Behn stamme und Teil einer zehnteiligen Serie von sexuell geprägten Reiseschilderungen mit dem Rahmenthema »Frauen in Schwarz-Weiß« gewesen sei. Man wisse nicht, ob er darin tatsächliche Erlebnisse geschildert oder sich die Ereignisse nur ausgedacht habe. Behn habe die Serie lange vor Beginn seiner Verbindung mit Märtha Louise selbst angeboten, die Porträts von zehn für ihn prägenden Erlebnissen mit Frauen enthalten sollten.

Zechtour im Big Apple

In Ich-Form schildert Behn in dem Beitrag aus New York, wie er in einem Hotel auf eine Gruppe Marinesoldaten aus Kiel gestoßen sei und das Personal gebeten habe, so weit weg wie möglich von dem »Deutschenpack« einquartiert zu werden. Er habe die »überraschend selbstironischen« Matrosen dann aber doch kennen gelernt und sei mit ihnen bei einer gemeinsamen Kneipentour im East Village in Manhattan auf einige weibliche schwarze »Schönheiten« gestoßen. Diese seien aber in Wirklichkeit Männer gewesen, was die völlig von Bier benebelten Deutschen aber nicht bemerkten.

Ein großer Augenblick

Die Geschichte schließt mit dem Vorschlag des Ich-Erzählers, auf die am Boden liegenden Matrosen zu urinieren: »Jetzt haben wir die große Chance! Lasst uns auf die Deutschen pissen!« Es sei »ein großer Augenblick« gewesen, als die am Boden liegenden erkennen mussten, dass die vermeintlichen schönen Frauen in Wirklichkeit Männer gewesen seien. Die Schilderung schließt mit den Sätzen: »Sie waren so erschrocken, dass sie keinen Widerstand leisteten. Fünf schwarze Kerle aus New York - und ich. Jawohl, wir haben es geschafft, all den Scheiß zu rächen, den die Deutschen in der Welt verursacht haben.«