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Hollywood: Reha-Wahnsinn in Promiland

Jung, schön, und? Natürlich: besoffen, bekifft oder tablettenabhängig. Ein Aufenhalt in der Entzugsklinik gehört inzwischen zum Hollywood-Alltag. Britney Spears und Eva Mendez checkten gerade aus und gaben dabei Kirsten Dunst quasi die Klinke in die Hand. Was ist bloß mit den Hollywoodstars los?

Von Frank Siering, L.A.

Wer dieser Tage auf die Website von People Magazine klickt (people.com), der könnte meinen, auf der Rotationsscheibe für Drogenzentren gelandet zu sein. Kirsten Dunst checkt ein, Eva Mendes checkt aus, Britney Spears frühzeitig entlassen, Amy Whinehouse nach Lunch mit Ehemann wieder eingewiesen. Und zu den Grammys darf sie jetzt auch nicht reisen. Visum abgelehnt.

Zum Ausnüchtern nach Utah

Irgendwas ist nicht in Ordnung mit der jungen Partysociety in Tinseltown. Aber was bloß? Kirsten Dunst ist das jüngste Opfer der Genussgesellschaft. Es geht ihr nicht gut, sagt eine Quelle dem People-Magazin. Kein Wunder, ist Dunst doch in der Entertainment-Branche dieser Tage eher als Kirsten Drunkst bekannt. Die 25jährige lässt keine Party aus, hat sich beim Sundance Filmfestival so sehr verausgabt, dass sie jetzt erst einmal einen Ausnüchterungsstopp in der Cirque Lodge in Utah machen muss. Cirque Lodge? ¬Richtig, genau dort schmuste auch Lindsay Lohen herum, ließ sich auf dem Rücken von Pferden und privaten Masseurinnen das Substance Abuse Problem aus dem Leibe kneten. Na ja, fast. Nur eine Woche nach der luxuriosen Entziehungskur sah man La Lohan bekanntlich schon wieder an der Magnum-Flasche nuckeln. Ein Ausrutscher, versteht sich. Jetzt also auch Dunst. Fast hätte sie auch noch ihre Kollegin Eva Mendes in einer der morgendlichen Yoga-Stunden dort treffen können. Die war aber kurz vor der Ankunft von Spideys Girlfriend schon wieder abgereist. Andere Verpflichtungen warteten. Kann man einen Süchtigen in einer Woche heilen? ¬ Zur Beantwortung dieser Frage muss kein Psychologe herbeigezogen werden.

Schleppende Karriere

Nicht wenige in Hollywood vermuten, dass einige Promis den meist sehr kurzen Aufenthalt in einer der Ausnüchterungsburgen für Promis (kann bis zu 10.000 Dollar am Tag kosten) nutzen, um ihrer dahinsiechenden Karriere wieder den nötigen Pep zu verleihen. Ein Publizist, der viele junge Stars vertritt, im Gespräch mit stern.de: "Der Aufenthalt in der Reha gehört heute oftmals in den Lebenslauf. Das macht einen Star erst richtig interessant." Wie bitte? ¬ Drogen und Alkohol als lukratives wirtschaftliches Aufputschmittel? Mendes hat seit "Hitch – Der Datedoktor" keinen wirklichen Hit mehr gehabt. Und Dunst muss aufpassen, dass sie nicht als ewige Spiderman-Freundin in die Analen der Filmgeschichte eingeht. Durch den Aufenthalt in der Reha-Klinik rückt ihr Name zumindest für eine kurze Zeit wieder in die Bewussteinszellen von bekannten Produzenten, die bei der Rollenvergabe sonst eher an Witherspoon, Heigl oder Zellwegger denken.

Mangelnde Fürsorge

Aber die Sucht nach Karriere darf natürlich kein Beweggrund dafür sein, jede Nacht immer tiefer ins Glas schauen zu wollen. Da ist etwas ganz fundamental nicht in Ordnung mit der jungen Hollywood-Generation, glaubt auch Dr. Drew Pinksy. Der Psychologe aus Los Angeles feiert derzeit Erfolge, mit einer Reality Show im US-Fernsehen, bei der ein paar B- und C-Promis sich beim Entzug begleiten ließe. Pinsky weiter: "Der schnelle Erfolg, das viele Geld, die mangelnde Fürsorge von Managern und Angehörigen stürzen viele junge Talente in den Rachen von Alkohol und Drogen." Kirsten Dunst will mindestens eine Woche in Utah bleiben. Mal richtig ausschlafen, ein paar Seminare besuchen, entgiften. Ob die 25jaehrige in diesen fünf Tagen tatsächlich die wirklichen Ursachen ihres Alkoholproblems ergründen kann, ist zweifelhaft. Aber in der Cirque Lodge soll es tolle Schlammbäder geben. Das ist doch schon mal ein guter Anfang.