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Irakkrieg: Britische Truppen raus - Harry rein

Der 22-jährige Dickkopf hat sich durchgesetzt: Prinz Harry zieht in den Irakkrieg. Während Premierminister Tony Blair ein Viertel seiner Truppen abzieht, wird das Regiment des Prinzen in den Südirak verlegt. Als Heeresoffizier wird Harry einer zwölfköpfigen Truppe vorstehen.

Der britische Prinz Harry wird im Irak stationiert. Wie das Verteidigungsministerium in London heute mitteilte, soll der in der Thronfolge an dritter Stelle rangierende Prinz "in den kommenden Monaten" mit seinem Regiment "Blues and Royals" in den Südirak verlegt werden. Der als Heeresoffizier ausgebildete Prinz werde einer Gruppe von zwölf Soldaten vorstehen, die in gepanzerten Fahrzeugen zur Aufklärung eingesetzt würden.

Nach Angaben von Verteidigungsminister Des Browne wird der Einsatz im Mai oder Juni beginnen und könnte bis zu sieben Monate dauern. Harry wäre damit das erste Mitglied der britischen Königsfamilie in einem Fronteinsatz seit 1982. Sein Onkel, der Duke of York, kämpfte damals im Falkland-Krieg. Sein Urgroßvater, König Georg VI., nahm am Ersten Weltkrieg teil.

Der Prinz hatte schon mehrfach betont, er wolle an vorderster Front kämpfen und seine Einheit bei einer Verlegung in den Irak anführen. Der 22-Jährige soll sogar mit einem Austritt aus der Armee gedroht haben, sollte ihm dieser Wunsch verwehrt werden. "Es geht nicht, dass ich die Militärakademie Sandhurst durchmache und dann nur zu Hause auf dem Arsch sitze, während meine Jungs draußen für ihr Land kämpfen", hatte er bereits an seinem 21. Geburtstag gesagt.

Harrys Einsatz für Kameraden gefährlich

Prinz Harry hatte im vergangenen Jahr sein Studium an der Königlichen Militärakademie in Sandhurst beendet. Immer wieder wurde in den Medien darauf hingewiesen, dass ein Einsatz des Prinzen nicht nur für ihn selbst, sondern auch für seine Kameraden gefährlicher werden könnte als bei weniger prominenten Offizieren. Das Verteidigungsministerium erklärte jedoch, Harry werde möglicherweise aus Situationen herausgehalten, in denen seine Gegenwart Kameraden gefährden könnte.

Der Eintritt in die Streitkräfte hat im britischen Königshaus Tradition: Prinz Charles war Pilot der Luftwaffe und der Marine. Auch Prinz Philip, Harrys Großvater, war während des zweiten Weltkrieges Mitglied der Marine. Prinz Andrew schließlich kämpfte als Pilot der Marine gegen Argentinien.

Das Verteidigungsministerium bat die Medien um Zurückhaltung in der Berichterstattung: Spekulationen darüber, wo Harry genau eingesetzt werde und Einzelheiten über seine Funktion stellten möglicherweise eine Gefahr für den Prinzen dar.

England zieht ein Viertel seiner Soldaten ab

Großbritannien hat im Südirak rund 7000 Soldaten stationiert und ist damit der wichtigste US-Verbündete. Seit Beginn des Einsatzes 2003 sind in dem Land rund 130 britische und rund 3000 US-amerikanische Soldaten ums Leben gekommen. Die Regierung in London hatte jedoch am Mittwoch angekündigt, in den kommenden Monaten fast ein Viertel der Soldaten abzuziehen.

Prinz Harry hat in der Vergangenheit häufig für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Mit 17 experimentierte er mit Alkohol und Marihuana. Sein Vater, Thronfolger Prinz Charles, schickte ihn daraufhin zur Abschreckung für einen Tag in eine Entzugsklinik. Auch Harrys Auftritt in einer Nazi-Uniform bei einer Party sorgte für Aufregung.

Reuters/AP / AP / Reuters