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Jackson-Prozess: Millionenscheck für Unbekannt

Im Verfahren gegen Michael Jackson hat eine Bankangestellte ausgesagt: Kurz nach der Ausstrahlung einer TV-Dokumentation über Jackson, in der auch sein Beschuldiger auftritt, soll der Popstar hektische Bankaktivitäten veranlasst haben.

Im Missbrauchprozess gegen Michael Jackson sind am Montag eine Bankangestellte und ein Polizeiermittler für die Anklage in den Zeugenstand getreten. Im Februar 2003 hätten Jacksons Mitarbeiter eine Flut von Anrufen getätigt, führte ein Polizist vor der Jury in Santa Maria aus. Nach Angaben der "Los Angeles Times" fand dies wenige Tage nach der Ausstrahlung einer Aufsehen erregenden TV-Dokumentation statt, in der Jackson Hand in Hand mit seinem jugendlichen Beschuldiger zu sehen ist.

Die Mutter des heute 15 Jahre alten Jungen hatte vor wenigen Wochen ausgesagt, dass sie in diesem Zeitraum mit ihrer Familie auf Jacksons Neverland Ranch festgehalten worden sei. Sie seien dabei von Mitarbeitern des Sängers zur Aufnahme einer Video-Aussage gedrängt worden, in der sie Jackson als Vaterfigur und Gönner preisen.

Vorwurf der Verschwörung

Der wegen sexuellen Missbrauchs angeklagte 46-jährige Popstar muss sich auch wegen Verschwörung zur Entführung und Freiheitsberaubung verantworten.

Eine frühere Bank-Filialleiterin gab zu Protokoll, dass ein Mitarbeiter Jacksons im April 2003 zwei Schecks im Wert von insgesamt 1,5 Millionen Dollar gegen Bargeld einlöste. Über Verbleib oder Verwendungszweck des Geldes wurden keine Angaben gemacht.

Am Dienstag könnte die Anklage ihre Beweisaufnahme abschließen. Dies hatte Staatsanwalt Tom Sneddon in der vergangenen Woche in Aussicht gestellt. Am Montag war zunächst nicht bekannt, wer als letzter Zeuge für die Anklage aussagen würde.

DPA / DPA