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Tierschutzorganisation: Peta äußert sich zum Tod von "Erzfeind" Karl Lagerfeld – und erntet einen Shitstorm

Die Tierschutzorganisation Peta und Karl Lagerfeld kämpften nie für die gleiche Sache. Er benutzte in seinen Kreationen Fell, sie verurteilte ihn dafür. Jetzt hat sich Peta mit einem bissigen Statement zum Tod geäußert. 

Trauer um Karl Lagerfeld: So reagieren Mode-Fans auf der ganzen Welt

Die Modebranche und die Tierschutzorganisation Peta. Das ist eine Beziehung, die man wohl zweifelsohne als "angespannt" bezeichnen könnte. Immer wieder verurteilt Peta Designer, die in ihren Kollektionen Fell und Leder verarbeiten. Und immer wieder haben sich Modeschöpfer gegen Vorwürfe gewehrt. Auch Karl Lagerfeld war lange Zeit ein großer Fan von Tierfell in seinen Kreationen. Grund genug für die Tierschutzorganisation, sich nach seinem Tod auf Twitter mit bissigem Unterton zu verabschieden. Aber von vorne.

Karl Lagerfeld gegen Peta: eine lange Geschichte

Im Juli 2015 veranstaltete der Kreativdirektor von Chanel eine "Haute Fourrure"-Show für das Modehaus Fendi. 30 Looks wurden dort gezeigt. Alle vereinigten Fell. Ein Mantel, den ein Model auf dem Laufsteg präsentierte, wurde auf eine Million Dollar geschätzt. Der "New York Times" sagte Lagerfeld damals: "Früher hat Fendi nur mit Fell gearbeitet." Mimi Bekhechi von Peta antworte ihm damals im britischen "Independent" wie folgt: "Fendis 'Haute Horreur' und dass sie Lagerfeld beauftragt haben, der sich anzieht wie ein Bestatter und Leichenteile in seinen Kollektionen verarbeitet, ist beschämend und armselig."

Lagerfeld konterte und drückte sein Unverständnis über Fellgegner aus. "Solange die Menschen Fleisch essen und Leder tragen, verstehe ich die Botschaft nicht. Es ist sehr leicht, nein zu Fell zu sagen, kein Fell, kein Fell. Aber es ist eine Industrie. Wer zahlt dafür, wenn so viele Menschen in der Industrie keinen Job mehr haben, wenn man die Fellindustrie so unterdrückt? Die Jäger haben keinen anderen Job. Diese Organisationen, die dagegen sind, die sind alle keine Bill Gates", sagte er in klassischer Lagerfeld-Manier. 

Karl Lagerfeld Fendi

Karl Lagerfeld (hier bei einer Fendi-Schau) liebte Fell und Leder

Picture Alliance

Seine Argumente waren tatsächlich nicht ganz unbegründet. 

Chanel verbannt Fell

In den vergangenen Jahren dann vollzog sich ein Sinneswandel innerhalb der Modebranche. Immer mehr große Marken (unter anderem Gucci und Versace) verzichten auf Fell. Ende 2018 verkündete dann auch Chanel, in Zukunft nicht mehr Fell und Krokoleder verarbeiten zu wollen. "Wir haben darüber seit einigen Monaten nachgedacht", sagte der Präsident der Chanel-Fashionsparte Bruno Pavlovsky dem "Handelsblatt". "Auch immer mehr Kunden wollen von uns wissen, woher die Materialien stammen und wie die Tiere gehalten werden. Es geht alles um die Rückverfolgbarkeit."

Wie Lagerfeld kurz vor seinem Tod über das heikle Thema dachte, ist nicht bekannt. Peta scheint allerdings noch immer schlecht auf den Designer zu sprechen zu sein. Als am Dienstagvormittag bekannt wurde, dass der Star-Designer mit 85 Jahren verstorben ist, twitterte die Organisation: "Karl Lagerfeld ist gegangen und sein Ableben markiert das Ende einer Ära, in der Pelz und exotische Tierhäute als begehrenswert galten. PETA spricht den Hinterbliebenen unseres Erzfeindes Beileid aus."

Ein ziemlich unsensibler Tweet, fanden einige Nutzer und machten ihrem Unmut auf dem Kurznachrichtendienst Luft. "Ihr solltet euch um alle Lebewesen sorgen, ob ihr mit ihnen einer Meinung seid, sie mögt, oder nicht", kommentierte ein User. "Eure fiese Beileidsbekundung hättet ihr für euch behalten sollten", kritisierte ein anderer. "Ein entsetzlicher Kommentar nach dem Tod eines Mannes", urteilte eine Nutzerin. 

Würde Karl Lagerfeld noch leben, hätte er der Organisation bestimmt mit einem ebenso bissigen Kommentar geantwortet. 

Quellen: "New York Times" / "The Independent" / "Handelsblatt"

Karl Lagerfeld
ls