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Weg in die Selbstständigkeit Katie Price trifft schwere Entscheidung und gibt ihren Sohn Harvey in ein Heim

Katie Price und ihr Sohn Harvey
Katie Price und ihr Sohn Harvey
© Nick Ansell / DPA
Sie wurde als das erste "Boxenluder" weltbekannt: Model Katie Price kann auf eine turbulente Karriere sowie ein noch turbulenteres Leben zurückblicken. Sie hat es aber auch geschafft, ihren blinden und unter dem Prader-Willi-Syndrom leidenden Sohn Harvey großzuziehen.

Model Katie Price zog seit Beginn ihrer Karriere als sexy "Seite 3"-Girl jede Menge Häme auf sich, nicht nur in ihrer Heimat England. Die heute 42-Jährige lebte ein wildes Leben. Vielen galt sie als eitel und oberflächlich. Doch die Häme verwandelte sich in pures Gift, als 2002 ihr Sohn Harvey auf die Welt kam. Der Junge war fast vollständig blind, autistisch und hatte das Prader-Willi-Syndrom, das zu Muskelschwäche, deutlich verzögerter geistiger Entwicklung und zahlreichen anderen körperlichen Problemen führt.

Die Boulevardpresse spekulierte gnadenlos: Hatte Price in der Schwangerschaft zu viel gefeiert, zu viel getrunken? Dass das Prader-Willi-Syndrom durch ein fehlerhaftes Gen, das vom Vater übertragen wird, entsteht, war der Klatschpresse egal. Price nahm die Vorwürfe und Unterstellungen stoisch hin. Als jedoch geschmacklose Witze über den kleinen Harvey gemacht wurden, schoss sie zurück.

Katie Price beschützt ihren Sohn

Price schrieb 2011 in einem offenen Brief in der britischen "Daily Mail": "Ich kann nicht genug betonen, wie aufgebracht und angeekelt ich von den Angriffen auf meinen behinderten Sohn bin. Ich bin es gewohnt, mich selbst zu verteidigen – gegen Beleidigungen und machmal berechtigte Kritik. Ich bestreite gar nicht, dass manche Aspekte meines Lebens und meiner Vergangenheit kontrovers sind. Ich habe ebenso viele Fehler gemacht, wie ich Erfolge gefeiert habe. Aber ich kann mich wehren – Harvey kann das nicht."

Das Model, das viele für oberflächlich hielten und das einfach kein Glück mit langfristigen Beziehungen zu haben schien, kümmerte sich entgegen aller Erwartungen liebevoll um ihren ältesten Sohn. Achtete darauf, dass um ihn herum nicht zu viel Tumult war, weil ihn das aufregte. Achtete darauf, dass er nicht zu viel aß, weil ihm die Hormone für ein Sättigungsgefühl fehlen. Beschützte ihn, förderte ihn. All das, obwohl Price inzwischen auch Mutter von vier weiteren Kindern ist.

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Harvey soll eigenständiger leben können

Jetzt ist Harvey 18 Jahre alt geworden und seine Mutter traf eine schwere Entscheidung: Es ist Zeit für ihren Sohn, erwachsen und unabhängig zu werden – auch, wenn das beiden schwerfällt. "Es bricht mir das Herz, ich will nicht, dass er denkt, ich wolle ihn loswerden", sagt Price in der "Sun". Harvey soll in ein spezielles Heim ziehen, das aus betreutem Wohnen in Verbindung mit einer Schule besteht. "Das ist seine Chance auf ein eigenständiges Leben. Er kann neue Dinge lernen und sich mit anderen Menschen als nur mir umgeben."

Aktuell üben Mutter und Sohn, häufiger voneinander getrennt zu sein. "Ich versuche, dass er sich daran gewöhnt, dass ich nicht ständig da bin", sagt die 42-Jährige. "Aber sobald er mit seinem iPad anruft und sagt: 'Mum, ich brauche dich', renne ich zu ihm." Sie merke aber, dass Harvey von sich aus selbstständiger wird und unabhängiger sein möchte. "Er sagt inzwischen öfter: 'Mama, ich bin kein kleiner Junge, ich bin ein Mann!'"

Auch, wenn es der Familie schwerfällt: Der Umzug ins Heim könnte Harvey neue Chancen und Freiräume geben, und – bei aller Liebe zu ihrem Sohn – auch die Mutter entlasten, die sich seit 18 Jahren rund um die Uhr um ihn kümmert. Obwohl ihr das nicht viel auszumachen scheint: "Harvey ist niemand, über den man sich lustig machen sollte – er ist mein Sohn, er bewältigt jeden Tag Berge von Hindernissen, die für andere Menschen gar nicht existieren. Alleinerziehende Mutter eines Kindes mit Behinderung zu sein, das ist für mich eine Ehrenauszeichnung. Ich bin so stolz auf ihn."

Quellen:  "The Sun", "The Daily Mail"

wt

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