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Sohn der Queen Klage gegen Prinz Andrew: Termin für die erste Anhörung steht fest

Prinz Andrew bei der Beerdigung seines Vaters Prinz Philip im April 2021
Prinz Andrew bei der Beerdigung seines Vaters Prinz Philip im April 2021. Er war sein bisher einziger Auftritt in der Öffentlichkeit seit Bekanntwerden der Vorwürfe.
© Chris Jackson / DPA
Die Amerikanerin Virginia Roberts Giuffre verklagt Prinz Andrew wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen. Bisher schweigt der Sohn der Queen zu den Vorwürfen. Eine erste Anhörung soll Mitte September stattfinden.

Den Sommer auf ihrem Landsitz Balmoral hatte sich Queen Elizabeth II. vermutlich entspannter vorgestellt. Nach dem Tod ihres Mannes Prinz Philip im April und der Kritik ihres Enkels Prinz Harry an der eigenen Familie, täte der 95-Jährige ein wenig Ruhe sicher gut. Stattdessen dient das Schloss in den schottischen Highlands nun als royaler Krisensitz, um die Strategie bezüglich der Klage gegen Prinz Andrew zu besprechen. Neben Andrew und Ex-Frau Fergie wurden auch seine Tochter Eugenie sowie Thronfolger Prinz Charles mit Gattin Camilla in Balmoral gesichtet.

Am Montag hatte die Amerikanerin Virginia Roberts Giuffre in New York Zivilklage gegen den zweitältesten Sohn der Queen eingereicht. Eine erste telefonische Anhörung soll am 13. September stattfinden. Das gab der zuständige Richter Lewis Kaplan nun bekannt.

Bei der Anhörung soll es darum gehen, wie Andrew die Papiere der Anklage offiziell zugestellt werden, wenn er nicht auf die Vorwürfe reagiert. Bisher schweigt der Royal und auch sein Sprecher verweigerte jeglichen Kommentar. Das Verfahren kann aber nur dann beginnen, wenn dem Beklagten die Gerichtsunterlagen ausgehändigt wurden. Da Prinz Andrew nicht in den USA lebt und auch sonst nicht so einfach zu erreichen ist, muss das über einen hochrangigen Beamten oder Anwälte geschehen.

In einem Interview mit der BBC hatte der Prinz im Herbst 2019 alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen und behauptet, Virginia Roberts Giuffre nicht zu kennen. Damals ging es allerdings nur um seine Verbindung zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Mit der Zivilklage ist Andrew nun selbst zum Beklagten geworden.

Britische Polizei will Missbrauchsvorwürfe erneut überprüfen

Virginia Roberts Giuffre wirft Prinz Andrew konkret vor, sie vor mehr als 20 Jahren im Haus von Epsteins damaliger Freundin Ghislaine Maxwell in London, in Epsteins Haus in New York und auf Epsteins Privatinsel in der Karibik missbraucht zu haben. Laut ihrer Klage ist die damals 17-Jährige von Epstein, Maxwell und Prinz Andrew "gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr mit Prinz Andrew gezwungen worden". Sie verlangt nun Schadensersatz von dem Prinzen.

Inzwischen hat auch die Chefin der Londoner Polizei, Cressida Dick, angekündigt, den Fall erneut zu überprüfen. Sie habe ihr Team nach den jüngsten Ermittlungen angewiesen, sich das vorliegende Material noch einmal anzuschauen. Das ist zwar keine offizielle Ermittlung, aber dennoch eine klare Warnung. "Niemand steht über dem Gesetz", sagte Dick im Interview mit dem Radiosender LBC.

Einem Bericht der britischen "Times" zufolge könnte sich der Rechtsstreit über Jahre hinziehen – und damit auch das 70-jährige Thronjubiläum der Queen überschatten, das im kommenden Jahr gefeiert wird. Für Juni sind ausgiebige Feierlichkeiten geplant, Premierminister Boris Johnson schenkt den Briten sogar einen extra Feiertag.

Wenn es nach Prinz Charles geht, wird einer bei diesem Ereignis fehlen: Prinz Andrew. Laut der "Times" habe der Thronfolger beschlossen, dass sein Bruder niemals zu seinen offiziellen royalen Pflichten zurückkehren soll – selbst bei einer Abweisung der Klage. Der Imageschaden für das Königshaus wäre einfach zu groß.

jum

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