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Knigge-Tipp: Wenn das Büro zur Nahkampfzone wird

Frischluftfanatiker gegen Frostbeule, Einzelgänger gegen Quasselstrippe, Ordnungsliebhaber gegen Chaot. Im Büro prallen die unterschiedlichsten Typen aufeinander. Da können banale Probleme zum Kleinkrieg ausarten. Um das zu vermeiden, helfen klare Spielregeln.

Von Elisabeth Bonneau

Könnten Sie Ihr Büro als ein Biotop beschreiben, in dem jede Kreatur nach ihrer Fasson selig werden kann? Oder ähnelt es eher einer Nahkampfzone, in der jeder jeden feindselig beäugt und Schwächen gnadenlos ausnutzt? Wie es im Alltag so läuft auf der Büroetage, hängt vom Vorgesetzten ab, der ein gutes Klima fördert oder eine schlechte Stimmung möglich macht. Es liegt aber auch von der Bereitschaft des Einzelnen, zum Funktionieren des Systems beizutragen. Oder eben nicht. Da es mit dem guten Willen oft nicht weit her ist, sind Spielregeln angesagt. "Mensch ärgere dich nicht" im Büro - die Spielregeln beziehen sich im Wesentlichen auf fünf Punkte.

1. Zu warm oder zu kalt

Ob Kolleginnen und Kollegen im Großraumbüro sitzen oder sich zu zweit ein Sekretariat teilen - Einigkeit über die Raumtemperatur herrscht selten. Anstatt demonstrativ mit Strickjacke und Schal vor dem PC zu frösteln oder heimlich die Heizung zu drosseln, machen Sie besser mit den Kollegen Lüftungszeiten aus. Mit dem Kompromiss, das Mittel aus den Wunschtemperaturen zu errechnen, wird niemand zufrieden sein.

2. Wer suchet, der findet

Sie brauchen einen Zettel, einen Bleistift, einen Radiergummi? Sie haben so etwas nicht, weil Sie das papierlose Büro propagieren? Dann lassen Sie auch den Arbeitsplatz Ihrer Kollegin in Ruhe, die das Prinzip vielleicht nicht ganz so konsequent lebt wie Sie. Warten Sie, bis die Kollegin am Platz ist, bitten Sie sie, Ihnen das Teil zu leihen. Sie hätten auch nicht gern, wenn man in Ihren persönlichen Dingen herum sucht.

3. Grenzen wahren

Klopfen Sie an, wenn Sie einen Raum betreten, selbst wenn die Tür angelehnt ist; so ersparen Sie sich, Zeuge von Dingen zu werden, die Sie besser nie gesehen oder gehört hätten. Sprechen Sie eine Person nie von hinten an, beugen Sie sich nicht über die Schulter einer sitzenden Person. Jedem Tierchen sein Revierchen!

4. Der richtige Sound

Telefonieren will gelernt sein, das Dosieren der eigenen Stimme auch. Nicht jede Tonhöhe klingt in des Schreibtischnachbarn Ohr wie Musik. Fragen Sie Ihre Kollegen, ob sie konzentriert arbeiten können, während Sie telefonieren. Arbeiten Sie an Ihrer Artikulation, dann müssen Sie nicht brüllen, um am anderen Ende der Leitung verstanden zu werden. Dass Sie Ihre privaten Gespräche - wenn Sie sie überhaupt im Büro führen wollen - auf ein Minimum an Dauer und Phonstärke reduzieren, ist selbstverständlich, nicht wahr? Und sollten Sie sich mit Musik per Kopfhörer von der Nachbarschaft abschotten - stellen Sie sicher, dass Sie nun den Kollegen nicht mit Ihrem Musikgeschmack auf die Nerven gehen.

5. Duftnoten

Die Nase ist ein empfindliches Organ, vor allem wenn es um die Gerüche geht, die andere produzieren. Prüfen Sie im Lauf des Tages, ob Ihr Deo noch hält, was es morgens im Bad versprach. Behalten Sie Ihre Schuhe an. Und essen Sie Ihren Döner, wo Sie wollen, doch nicht im Büro.

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