HOME

Lindsay Lohan: "Ich wusste nicht, dass ich Hilfe brauche"

Das gefallene Hollywood-Sternchen ist bereit für ein Comeback. Gezähmt und geläutert zeigte Lindsay Lohan sich jetzt im US-Fernsehen. Doch die Rückkehr ins Rampenlicht wird "LiLo" wahrlich nicht leicht gemacht

Von Frank Siering, Los Angeles

Da saß sie nun, im TV-Studio der "Today Show". Alle Fragen waren erlaubt. Lindsay Lohan wollte sich nicht länger verstecken. Und so hielt Moderator Matt Lauer mit seinen Fragen auch nicht lange hinter dem Berg. Ob die Drogen- und Partytage jetzt hinter ihr liegen würden, wollte der smarte New Yorker wissen.

Lohan schluckte, holte tief Luft und legte los: "Ja, das waren schon recht ereignisreiche eineinhalb Jahre für mich. Ich musste mich erst einmal setzen und das alles verdauen", so Lohan. Sie wolle ihr Partyimage aber jetzt ein für allemal ablegen. "Das liegt jetzt alles hinter mir, ich sitze nur noch zu Hause rum", erzählte die 25-Jährige, die nach eigenem Bekunden jetzt "clean und trocken" sei.

Lohan übte viel Selbstkritik. Sie sagte, dass es notwendig für sie war, "wachgerüttelt zu werden". Seit ihren Festnahmen habe sie "große Veränderungen" in ihrem Leben vorgenommen, auch, weil sie sich lange Zeit "selbst nicht im klaren darüber war, dass ich Hilfe brauchte".

Auch ihr Äußeres hat sich stark verändert

Lauer fragte Lohan, ob sie im Tod von Whitney Houston gewisse Parallelen zu ihrem eigenen Leben erkennen könne. Lohan war sichtlich erschrocken und wollte -­ vielleicht auch aus echter Angst ­- auf das Thema nicht eingehen. "Das ist zu heftig. Das ist etwas, was ich nicht kommentieren möchte", so Lohan. Aber sie glaube nicht, dass sie auf demselben Weg war wie Whitney.

Eine der Veränderungen Lohans scheint auch ihr Äußeres beeinflusst zu haben. Das zumindest schrieben einige Kritiker kurz nach dem TV-Auftritt. Tatsächlich sah LiLos Gesicht ungewöhnlich voll aus. Was schnell die Vermutung aufkommen ließ, die Schauspielerin habe sich still und heimlich "Füller" in die Wangen und unter die Augen spritzen lassen, damit sie ihr jugendliches Gesicht noch ein paar Jahre länger behalten könne. Auch, um in Hollywood endlich wieder große Rollen vor der Kamera einzufahren.

Auf die falschen Freunde gesetzt

Zunächst darf Lohan an diesem Wochenende erst einmal die Kult-Show "Saturday Night Live" moderieren. Und in ersten Werbespots wurde schon deutlich, dass sie sich natürlich in erster Linie selbst veralbern wird. Sie ist außerdem im Gespräch, in einem TV-Spielfilm die Rolle von Liz Taylor zu übernehmen.

Lohan gab in ihrem Interview erstmals zu, dass sie lange Zeit den falschen Menschen vertraut habe. "Diese Industrie macht sehr schnell sehr einsam. Deshalb ist es so wichtig, dass du die richtigen Leute um dich herum versammelst. Lange Zeit habe ich das nicht getan", so Lohan.

Natürlich bereue sie viele Dinge, die sie in den letzten eineinhalb Jahren angestellt habe. "Aber ich bin auch dankbar dafür, dass ich heute da bin, wo ich bin", so Lohan weiter. Und dieser Satz erinnerte dann doch so ein bisschen an Whitney Houston. Als wollte sich Lohan dafür bedanken, einem möglichen Drogentod noch einmal entkommen zu sein.

Frank Siering, Los Angeles