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Madonnas größte Skandale: Küsse, Krieg und Kirche

Seit 30 Jahren macht Madonna mit freizügigen Posen und politischen Statements von sich reden. Nach den Nacktfotos für das "Interview"-Magazin, hier zwölf weitere Auftritte, die in Erinnerung bleiben.

Für die Zeitschrift "Interview" ließ sich Madonna im Alter von 56 Jahren oben ohne ablichten

Für die Zeitschrift "Interview" ließ sich Madonna im Alter von 56 Jahren oben ohne ablichten

In knappen Dessous, im Latexanzug und mit nacktem Busen - so posierte Madonna für ein aktuelles Fotoshooting der Zeitschrift "Interview". Dabei war es in den vergangenen Jahren erstaunlich ruhig um die Sängerin geworden. Ihre letzte große Tour liegt zwei Jahre zurück. Zuletzt machte die 56-Jährige vor allem mit ihren jungen Liebhabern von sich reden. Im kommenden Jahr soll nun ein neues Madonna-Album erscheinen. Höchste Zeit also, sich mal wieder ins Gespräch zu bringen. Wie das geht weiß keine besser als Madonna. Immerhin ist sie seit 30 Jahren im Geschäft und sorgte bereits für zahlreiche Eklats.

Hier zwölf Skandale im Überblick.

1. Der Auftritt bei den MTV Awards 1984


Madonna performte im Hochzeitskleid ihren Hit "Like a Virgin". Dass sie sich dazu lasziv auf der Bühne räkelte, Geschlechtsverkehr simulierte und ihre Strapse zeigte, war zu viel für das prüde Amerika der Achtziger.

2. Das Video zu "Like a Prayer"
1989 erschien mit "Like a Prayer" das vierte Studioalbum von Madonna. Für einen Eklat sorgte das Video zur gleichnamigen Single. Madonna tanzte im schwarzen Negligé, zeigte brennende Kreuze und küsste einen schwarzen Jesus. In den USA wurde das Video boykottiert und Madonna verlor ihren Werbevertrag für Pepsi.

3. Die "Blond Ambition Tour"
1990 tourte Madonna für 57 Konzerte um die Welt. Für Aufregung sorgte vor allem die Performance ihres Hits "Like a Virgin". Die damals 31-jährige räkelte sich im Goldmieder, entworfen von Designer Jean Paiul Gaultier, auf einem riesigen, roten Bett, stöhnte, schwitzte und simulierte Sex. In Kanada drohte man Madonna daraufhin mit Verhaftung; der Papst forderte auf, die Sünden-Show zu meiden.

4. Das Video zur Single "Justify My Love"
Ebenfalls 1990 erschien die Single "Justify My Love". Im Videoclip dazu feiert Madonna eine Orgie im Pariser Luxushotel Ritz. Es geht um Sadomasochismus, Voyeurismus und Bisexualität. Zu viel für den Musiksender MTV, der das Schwarzweiß-Video verbannt.

5. "Erotica", "Sex" und "Body of Evidence"
Anfang der Neunziger trieb es Madonna mit ihren Sex-Skandalen auf die Spitze: Erst erschien 1992 mit "Erotica" ihr fünftes Studioalbum, dann veröffentlichte sie den mit pornografischen Aufnahmen gespickten Bildband "Sex" und spielte 1993 in dem Thriller "Body of Evidence" mit. Der Film wurde ein gandenloser Flop, das Buch verkaufte sich weltweit 1,5 Millionen Mal und ist damit einer der erfolgreichsten Bildbände aller Zeiten.

6. Auftritt bei David Letterman
Der US-Talkmaster David Letterman gilt eigentlich als souverän und schlagfertig - Madonna war er 1994 jedoch nicht gewachsen. Die Sängerin saß Zigarre rauchend in seiner Show, schimpfte wie ein Rohrspatz, nannte Letterman "notgeil" und schenkte ihm einen Slip. Der überforderte Letterman wünschte sich als nächsten Gast Mutter Teresa.

7. Video zur Single "American Life"
Mit dem Video zu ihrem Song "American Life" setzte sich Madonna 2003 gegen den Irak-Krieg ein. Zu sehen war unter anderem ein Double des damaligen US-Präsident George W. Bush, das sich scheinbar befriedigt mit einer Handgranate eine Zigarre anzündet. Daraufhin riefen mehrere Radiosender zum Boykott nicht nur des Liedes, sondern der Sängerin auf. Bei Stationen im konservativen mittleren Westen galt Madonna als persona non grata und wurde nicht mehr gespielt. Bis heute macht sich der Boykottaufruf in ihren US-Chartplatzierungen bemerkbar.

8. Auftritt bei den MTV-Awards 2003
Im August 2003 stand Madonna gemeinsam mit Britney Spears und Christina Aguliera auf der Bühne. Alle drei teilten Zungenküsse vor laufenden Kameras. Das konservative Amerika war schockiert, Schwulen- und Lesbenverbände jubelten. Während Madonna zu Beginn ihrer Karriere vor allem mit nackten Tatsachen schockte, machte sie in den vergangenen Jahren auch immer wieder durch politische Statements auf sich aufmerksam.

9. "Re-Invention"-Tour 2004
Bei ihrer "Re-Invention"-Tour performt Madonna 2004 ihren Song "Lament" auf einem angedeuteten elektrischen Stuhl und richtet sich damit eindeutig gegen die Todesstrafe.

10. "Confessions"-Tour 2006
Mit den Katholiken und insbesondere dem Papst legt sich Madonna besonders gerne an. Als ihre "Confessions"-Tour 2006 in Rom Station machte, ließ sie sich auch in der Stadt des heiligen Stuhls symbolisch ans Kreuz nageln. Um den Affront perfekt zu machen, lud sie Benedikt XVI. persönlich zu ihrem Auftritt ein. "Benedikt sollte mit eigenen Augen die Ausdruckskraft, die Schönheit und die Menschlichkeit Madonnas bei der bewegenden Performance sehen", hieß es. Der Papst verzichtete.

11. Konzert in Istanbul 2012
Bei einem Auftritt im Rahmen ihrer "MDNA"-Tour zeigte Madonna in Istanbul ihren nackten Rücken mit der Aufschrift "No Fear" ("keine Angst") und entblößte ihre rechte Brust. Damit wollte die Sängerin angeblich die "Mein Körper gehört mir"-Kampagne liberaler türkischer Frauen unterstützen. Sie kämpfen gegen Pläne konservativer Politiker, Abtreibungen in der Türkei zu verbieten.

12. Konzert in Paris 2012
Bei ihrem Auftritt im Stade de France zeigte Madonna auf einer riesigen Video-Leinwand das Porträt der rechtsextremer Politikerin Marine Le Pen, auf deren Stirn ein Hakenkreuz projiziert wurde. Das Video zum Lied "Nobody Knows Me" hatte bereits zum Auftakt von Madonnas "MDNA"-Tour in Tel Aviv für Aufregung gesorgt. Damals tat Le Pen den Affront noch mit den Worten ab: "Die alternden Sängerinnen müssen von sich reden machen. Da kann man verstehen, dass sie zu solchen Extremen greifen." Doch im eigenen Land wollte die Chefin des Front National die Nazi-Anspielung nicht einfach hinnehmen und drohte, die Sängerin wegen Beleidigung anzuzeigen.

jum