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Von "Natzis" und "Publizisten": So zeigt Mario Barth, warum er zu ernsten Themen lieber den Mund halten sollte

Der sogenannte Komiker Mario Barth redet sonst lieber über die Zicken seiner Freundin. Jetzt versucht er es mal mit Gesellschaftskritik - und zeigt eindrucksvoll, warum er das lieber lassen sollte.

Mario Barth

Komiker Mario Barth regt sich gerne über die Doofheit anderer auf.

Mario Barth! Kennste?! Kennste?! Ja, kennt man. Der erfolgreichste deutsche Komiker war im Fernsehen lange allgegenwärtig, hat mit seinem immer gleichen Programm über Frauen, Schuhe und sonstige Geschlechterklischees bereits mehrfach Stadien gefüllt. Mit Äußerungen zu ernsten Themen ist der Berliner außerhalb seiner Pseudo-Recherchesendung "Barth deckt auf" bisher noch nicht groß aufgefallen. Das war wohl auch ganz gut so.

Natürlich war kaum zu erwarten, dass ein Mensch, der viel Geld damit verdient, in uralten Stereotypen öffentlich über seine Freundin zu lästern, in Bezug auf politische oder gesellschaftliche Themen plötzlich mit Differenzierungen überrascht. Barth schafft es aber, seine intellektuellen Tiefflüge noch mal kräftig zu unterbieten.

 

Alles "Natzis" und "Publizisten"!

In einem aktuellen Facebook-Post beschwert er sich, dass man ja vieles gar nicht mehr sagen dürfte - und schlägt damit in dieselbe, schlichte Kerbe wie viele AFD-Wähler. Man sei ja gleich "Natzi" oder "Publizist", wenn man bestimmte Dinge äußere, schreibt Barth da. Mal abgesehen davon, dass er wohl kaum beschuldigt wurde, Verleger zu sein: Vielleicht liegt das auch einfach daran, dass die geäußerte Meinung schlicht und einfach nicht zu verstehen ist?

Ein kohärenter Gedankengang ist in dem Post zumindest nicht zu finden. "Ich verstehe die Welt momentan nicht!!! Unserer Innenminister, der sehr 'sympathische' Thomas de Meiziere, sagt so etwas wie '...alles soweit in Ordnung bla bla...' oder so etwas wie '...wenn ich Ihnen alles sagen würde, würde Sie das beunruhigen bla bla'", so lädt Barth sein Gedankenwirrwarr auf seiner Facebook-Seite ab - und bekommt dafür knapp 60.000 Likes. Trotzdem ärgert er sich, dass manche seinen Wortsalat falsch verstehen.

Mario Barth: sprachlos und trotzdem zu laut

Denn mit den Kommentaren ist er auch nicht so richtig zufrieden. "Wie bescheuert manche in dieser Situation sind. Ich rede weder von Ausländern noch von Rechten", schreibt er in einem Folge-Kommentar. "Also was soll der Scheiss mit abwarten wer es war. Es ist scheissegal wer es war. Es ist einfach nur schlimm was passiert. Egal wer gegen wen." Na, das kam beim ersten Post nun nicht so richtig raus.

Vielleicht zeigt der Post auch nur das Problem, dass alle haben, die eine große Bühne und einen noch größeren Mitteilungsdrang haben: Sie meinen, zu allem auch etwas sagen zu müssen. Er sei sprachlos, schrieb er am Ende seines ersten Posts. Vielleicht sollte man dann aber auch einfach mal still bleiben.

mma
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