Markus Lanz
Auf dieser Ebene hat er Mitgefühl für Ulmen

Markus Lanz moderiert seit 2008 im ZDF seine Talkshow.
Markus Lanz moderiert seit 2008 im ZDF seine Talkshow.
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Ausdrücklich nur auf der Ebene der "medialen Dimension": Moderator Markus Lanz empfindet Mitgefühl für Christian Ulmen.

Markus Lanz (57) empfindet in einem Punkt Mitgefühl für Christian Ulmen (50). Das erklärte der Moderator im Interview mit dem Magazin "Stern". Darin erinnert sich der TV-Star an seine "Wetten, dass..?"-Zeit zurück. 2012 hatte er die Nachfolge von Thomas Gottschalk (75) angetreten und sei "plötzlich der Buhmann der Nation" gewesen. "Der mediale Druck" sei brutal gewesen, so Lanz. Heute spiele diese Zeit für ihn kaum noch eine Rolle. "Und doch habe ich in den letzten Wochen häufiger an diese Zeit zurückgedacht", fügt Lanz hinzu.

"Ganz anderer Kontext, aber der Mechanismus, die Wut, die vor allem über Social Media kommt, das erinnert mich an den Fall Ulmen/Fernandes", verrät Lanz dem "Stern". Er habe keinen Grund, an der Berichterstattung zu zweifeln, "aber auf einer rein menschlichen Ebene" empfinde er nicht nur Mitgefühl für Collien Fernandes, sondern auch für den Rest der Familie, für die gemeinsame Tochter, die weiter zur Schule gehen müsse. "Für Eltern und Geschwister, die alle weiter ihr Leben leben müssen und nun morgens beim Bäcker angestarrt werden. Und ganz zum Schluss und ausdrücklich nur auf der Ebene dieser medialen Dimension auch mit Christian Ulmen, auch wenn er mutmaßlich einen Riesenfehler begangen hat."

"Nicht repräsentativ für ein ganzes Geschlecht"

Auf die Frage, ob es ihn störe, wie der Fall diskutiert werde, antwortet der TV-Star, der seit 2008 im ZDF seine Talkshow "Markus Lanz" moderiert: "Ich habe keine Ratschläge zu erteilen, sondern kann nur für mich sagen, dass ich vermutlich versucht hätte, die Situation privat zu klären." Trotzdem halte er die Diskussion darüber, "losgelöst von dem Fall", für wichtig. Es entsetze ihn, was diesbezüglich offenbar auch auf Schulhöfen passiere. In seiner Sendung sei schon lange vor der aktuellen Diskussion darüber berichtet worden.

Lanz erklärte weiter: "Ich will aber auch sagen: Was Christian Ulmen dem Vernehmen nach gemacht hat, ist völlig indiskutabel, aber nicht repräsentativ für ein ganzes Geschlecht. Wie sollen Väter mit ihren Söhnen über das Thema sprechen, wenn Männer pauschal nur noch als Problembären beschrieben werden? Wir müssen uns doch als Menschen weiterhin erst einmal unvoreingenommen und ohne Verdächtigungen begegnen, sonst sind wir als Gesellschaft erledigt. Und was Christian Ulmen angeht, den ich persönlich nie getroffen habe, hoffe ich, dass er wenigstens einen Freund hat, der ihn anruft und fragt, wie es ihm geht."

Darum geht es im Fall Ulmen/Fernandes

Ulmens Ex-Frau Collien Fernandes hatte in einem Bericht des "Spiegel" und später auf Instagram schwere Anschuldigungen gegen den Schauspieler erhoben. Ulmen soll angeblich über Jahre im Internet Fakeprofile seiner Ehefrau erstellt und pornografische Inhalte verbreitet haben.

In dem Fall ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Potsdam. Es gilt die Unschuldsvermutung. Nach der "Spiegel"-Berichterstattung meldete sich der Anwalt zu Wort, der die presserechtlichen Interessen von Christian Ulmen vertritt. Er nannte die Berichterstattung "nach summarischer Überprüfung aus mehreren Gründen rechtswidrig". Man sei beauftragt worden, gegen den "Spiegel" rechtliche Schritte einzuleiten. Es handele sich zum einen in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung. Zum anderen "werden unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet". In einer Mitteilung der Kanzlei hieß es zudem, Kernpunkte der Berichterstattung seien "nachweislich unvollständig und falsch".

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