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Instagram-Video Moderatorin Marlene Lufen hinterfragt Lockdown-Maßnahmen – und trifft damit einen Nerv

Sat.1-Moderatorin Marlene Lufen
Sat.1-Moderatorin Marlene Lufen
© Christoph Hardt/Geisler-Fotopres / Picture Alliance
Sat.1-Moderatorin Marlene Lufen hat auf Instagram ein Video veröffentlicht, in dem sie die Lockdown-Maßnahmen in Deutschland hinterfragt. Die 50-Jährige bekommt für den Beitrag viel Zuspruch – aber auch Kritik.

Seit 1997 moderiert die Berlinerin Marlene Lufen das "Sat.1-Frühstücksfernsehen". Auf ihrem Instagram-Account hat die 50-Jährige ein Video veröffentlicht, das für viele Diskussionen sorgt. In dem rund 14 Minuten langen Clip stellt Lufen Überlegungen zur Coronakrise und dem damit verbundenen Lockdown an. Seit Anfang November sind in Deutschland unter anderem Restaurants und Clubs sowie Kinos und Theater geschlossen. Die Lockdown-Maßnahmen wurden sukzessive verschärft und gelten zunächst bis zum 14. Februar. 

"Ich habe das Gefühl, dass wir in zwei, drei Jahren zurück gucken auf diese Zeit und denken, wir haben es falsch gemacht. Dieser Lockdown war das Falscheste, was wir hätten machen können – zumindest über so einen langen Zeitraum", sagt Lufen in ihrem Video. Probleme wie psychische Krankheiten, die sich während des Lockdowns verschlimmern könnten, oder steigende Zahlen von Gewaltfällen in Familien würden derzeit nicht genug betrachtet. Zudem geht es Lufen um die Vereinsamung zahlreicher alter Menschen sowie Betroffene, die durch die Maßnahmen ihre Existenz verlieren.

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Auch Menschen mit Depressionen, Suchterkrankungen oder Herz-Kreislauf-Problemen würden unter der aktuellen Situation leiden, weil sie nicht die Behandlung bekommen könnten, die sie bräuchten. Lufen kritisiert, dass diese Menschen und ihre Probleme beim Blick auf die Corona-Zahlen, die Sieben-Tage-Inzidenzen und die Todesfälle aus dem Blick geraten.

Marlene Lufen distanziert sich von Corona-Leugnern

Die Moderatorin distanziert sich in dem Video ausdrücklich von Corona-Leugnern und Verschwörungstheoretikern. "Jeder, der Bedenken an den Maßnahmen äußert, bei dem wird vermutetet, dass er in die Richtung Trump-Wähler, Michael Wendler oder Attila Hildmann geht. Nichts von alledem ist bei mir der Fall", betont sie.

Fast zehn Millionen Menschen haben den Beitrag inzwischen gesehen, darunter zahlreiche Prominente, die überwiegend zustimmend kommentierten. "Danke Marlene! Klug und ruhig auf ein so wichtiges Problem hingewiesen, das auch mich schon lange bewegt und umtreibt", schreibt etwa Moderatorin Mareile Höppner. Die Medizinerin und Autorin Dr. Yael Adler meint: "Danke für deine Recherche. Sehr gut gesagt. Es wird die Diagnose Corona über alle anderen Diagnosen gestellt. Das ist ein Fehler." Auch Musiker Till Brönner, Sänger Pietro Lombardi, Tänzerin Motsi Mabuse und Schauspielerin Rebecca Immanuel gehören zu den zahlreichen Menschen, die Lufens Beitrag kommentierten.

Kritik am Video von Marlene Lufen

Aber es gibt auch Kritik an Lufens Äußerungen. Moritz Wächter, Bonner Büroleiter der Europaabgeordneten Alexandra Geese (Bündnis 90/Die Grünen), nennt das Video auf Twitter "sehr gefährlich". Der Student kritisiert, Lufen würde ihre Aussagen nicht mit ausreichend Fakten untermauern und nur unnötig Ängste schüren. Er verweist auf Länder wie Schweden oder Großbritannien, die alle "auf die Nase geflogen sind, (weil) die zu langsam zu wenige Maßnahmen ergriffen haben".

Dortmunder Friseurin Bianca Bergler verzweifelt im Lockdown

Zu den Prominenten, die das Video von Marlene Lufen geteilt haben, gehört auch ZDF-Moderatorin Dunja Hayali. Die 46-Jährige hat inziwschen in einem Instagram-Live-Video mit Lufen gesprochen und das Thema vertieft.

jum

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