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Prinz Harrys Verlobte: Meghan Markle - ein Gewinn für die Windsors

Prinz Harry hat mit Meghan Markel einen Glücksgriff getan. Und das, obwohl seine Zukünftige eine geschiedene Amerikanerin ist und dazu einige Jahre älter als er. Das sieht zur Überraschung sogar seine blaublütige Verwandtschaft so. Mit Recht.

"America’s loss is our gain", ein Verlust für die USA, von dem wir profitieren, antwortete Camilla Herzogin von Cornwall vergangene Woche auf die Frage eines Reporters, was sie von der gerade verkündeten Verlobung in der Familie Windsor im Allgemeinen und ihrer zukünftigen Stief-Schwiegertochter Meghan Markle im Besonderen hielte. 

Eine Bereicherung für die Windsors - die Frau von Prinz Charles scheint offensichtlich schon nach kurzer Bekanntschaft ein Fan von Braut zu sein, wie auch ihr Mann, Prinz William nebst Gattin Kate, und sogar die Queen. 

Beinahe etwas verwunderlich, wie schnell und scheinbar problemlos das alles ging, gerade mal eineinhalb Jahre waren Harry und zusammen, bis er ihr einen Antrag machte – Kate Middleton musste noch sieben lange Jahre warten, bis ihr Prinz um ihre Hand anhielt. Allerdings kannte sich das heutige Herzogspaar von Cambridge auch schon von der Uni, als beide erst Anfang 20 waren und viel zu jung, um sich gleich zu binden. 

Meghan Markle mit Royal Fans in Nottingham

Das Bad in der Menge, bei den Windsors "Royal Walkabout" genannt, ist für die frisch Verlobte offensichtlich noch ihre leichteste Übung: Bei ihrem ersten gemeinsamen Repräsentationstermin mit Prinz Harry am vergangenen Freitag in Nottingham schüttelte Meghan Markle strahlend Hände und scherzte mit den Schaulustigen, als hätte sie noch nie etwas anderes gemacht.

Prinz Harry und Meghan Markle haben schon einiges erlebt

Meghan Markle dagegen hat schon ein prall gefülltes Leben hinter sich mit ihren 36 Jahren, mit einer erfolgreichen TV-Karriere, sozialem Engagement unter anderem für Frauenrechte und einer nicht so erfolgreichen . Und auch Harry, 33, hat Beziehungserfahrung und wollte mit Mitte 30 nun gerne Nägel mit Köpfen machen. Nicht wirklich zu früh, wenn man sich eine Familie wünscht. 

Das Erstaunlichste aber ist wohl, dass das als immer noch sehr konservativ geltende britische Königshaus eine geschiedene Amerikanerin so offen und herzlich in seinen illustren Kreis aufnimmt, obwohl sie eine afro-amerikanische Mutter hat. Denn der Hochadel im Vereinigten Königreich gilt allgemein als ziemlich rassistisch. Als 2014 der Sohn und Erbe des Marquis von Bath, einer der reichsten und bedeutendsten Adeligen der Insel, eine dunkelhäutige Diplomatentochter aus Nigeria ehelichte, war der Skandal noch so groß, dass die Eltern des Bräutigams nicht zur Hochzeit erschienen. Williams und Harrys verstorbener Mutter Diana, Prinzessin von Wales, hätte man eine solche Offenheit und Toleranz sofort zugetraut. Aber der 91-jährigen Queen und ihren konservativen Höflingen? 

Vielleicht freut sich die Großmutter einfach nur sehr darüber, dass ihr lange Zeit immer wieder aus der Bahn geworfener Enkel endlich eine Frau gefunden hat, die ihn gleichermaßen liebt wie erdet und die auch die für viele von Prinz Harrys Ex-Freundinnen unerträgliche ständige öffentliche Aufmerksamkeit nicht scheut. Vielleicht sieht sie auch klar die Chance, ihr "Familienunternehmen" in der öffentlichen Wahrnehmung durch das Akzeptieren dieser Verbindung neu zu positionieren als wirklich modern und fortschrittlich. 

Die Queen ist eine erfahrene Menschenkennerin 

Oder sie hat einfach mal an einem ruhigen Abend ein paar Geschichtsbücher und Familienstammbäume in der Royal Library von Schloss Windsor gewälzt, weil sie sich dunkel daran erinnerte, dass die Blutlinie der britischen Monarchen in den letzten 300 Jahren wahrscheinlich nicht immer nur rein blassblau gewesen ist. So soll die Gattin von Elizabeth' Vorfahr Georg III., Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, über eine Verbindung zum portugiesischen Königshaus in ihrer Ahnenreihe eine afrikanische Stammesprinzessin gehabt haben. 

Vor allem ist die Queen aber eine sehr erfahrene Menschenkennerin und langjährige Lenkerin ihrer "Firma" zum Wohle ihres Landes und hat wahrscheinlich schon bei der ersten Begegnung zwei Dinge erkannt:

1. Meghan kann kein schlechter Mensch sein, da die königlichen Corgis sich sofort beim Tee im Buckingham Palast auf ihre Füße legten, ohne zu bellen und zu beißen - wie sonst bei Neuankömmlingen üblich. Oder, mal ernsthaft ausgedrückt: Meghan ist selbstsicher und kann sich auch in Stresssituationen angemessen benehmen

2. Meghan Markle kann als Mensch viel mit einbringen: wer sie und Harry bei ihrem ersten offiziellen Pflichttermin am vergangenen Freitag in Nottingham erlebt hat, konnte feststellen, dass sie in einer Weise offen, freundlich und mit sichtbarer Freude auf die Menschen zuging und genau die richtigen Worte und Gesten fand, dass sie ihren zukünftigen Mann offensichtlich bald nicht nur wird unterstützen können bei seinen Repräsentationspflichten, sondern ihm  vielleicht sogar ein bisschen den Rang ablaufen wird.

Was sicher nicht zu befürchten ist: dass sie versucht, Harry zu überzeugen, er möge seine royalen Pflichten und Privilegien sausen lassen, um sich mit ihr ins Privatleben zurückzuziehen (diesen Gedanken hatte er in einem Interview früher einmal angedeutet). Unbotmäßige Verwandte und böswillige ehemalige Freundinnen mögen über sie herziehen, weil sie angeblich berechnend  und rücksichtslos nur ihren Vorteil in der Beziehung mit einem Prinzen sucht - Meghan wird definitiv dazu beitragen, Harry bei der royalen Stange zu halten, allein deswegen ist sie in der Tat ein großer Gewinn für die königliche Familie.