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Mia Julia Brückner: So eindrucksvoll distanziert sich die Ballermann-Sängerin von Nazis

Bei ihrem Auftritt am Ballermann skandierten einige Gäste rechte Parolen. Nun hat sich Mia Julia Brückner zu Wort gemeldet - und sich klar von den Chaoten distanziert.

Mia Julia Brückner

Mia Julia Brückner sorgt am Ballermann regelmäßig für Stimmung

Diesen Abend wird Mia Julia Brückner so schnell nicht vergessen. Die 30 Jahre alte Sängerin gehört zum Heer der Stimmungskanonen, die mit ihren einfach gestrickten Party-Hits am Ballermann auf Mallorca regelmäßig für gute Laune sorgen. Doch am Freitag erlebte sie das Gegenteil eines unbeschwerten Abends: Ihr Konzert im Bierkönig in El Arenal wurde von einer Gruppe rechter Skinheads gestört, die ihren Auftritt für ihre rechten Parolen missbrauchen wollten. Während der Show hatten sie die Reichskriegsflagge ausgerollt und "Ausländer raus" gebrüllt.

Die Sängerin und der Großteil der Gäste reagierten vorbildlich: Sie pfiffen die rechten Störenfriede gnadenlos aus. Mia Julia unterbrach ihr Konzert und animierte ihr Publikum zu "Nazis raus"-Chören - einer Aufforderung, der zahllose Besucher folgten.

Ein Bericht über den Vorfall mitsamt eines Videos finden Sie hier

Die 30-Jährige wandte sich noch am selben Abend via Facebook an ihre Fans und distanzierte sich aufs Schärfste von dem Vorfall. "Ich bin wirklich so geschockt und scheiße sauer", schrieb sie in einem Posting - und lieferte mit wenigen, einfachen Worten ein Musterbeispiel dafür ab, was Zivilcourage ist. "Ich werde niemals in meiner Gegenwart geschweige während meines Auftrittes diverse Flaggen, Handzeichen oder ähnliches tolerieren noch akzeptieren und schon gar nicht einfach weiter performen, nur weil es der 'einfachere Weg' wäre."

Mia Julia Brückner über ihr Verständnis als Ballermann-Künstlerin

Sie hätte sich verziehen können, sei aber auf der Bühne geblieben, um zu verhindern, dass die Situation eskaliert. Gleichzeitig betont die Sängerin, wie wichtig ihr Gewaltlosigkeit ist: "Ich bat euch, keine Gegenstände zu werfen, Gewalt ist keine Lösung. Wir müssen mit gutem Beispiel voran gehen."

Der frühere Pornostar findet genau die richtigen Worte und zeigt, dass auch Unterhaltungskünstler über einen Berufsethos verfügen können. Die Welt, schreibt sie, sei schlimm genug. Hass, Gewalt und Schmerzen hätten auf ihren Partys nichts verloren. "Wir sollten aufeinander aufpassen, zusammen halten und uns helfen, wenn jemand Hilfe braucht. Ich bin für ein friedliches Miteinander!" Zum Abschluss dieses beeindruckenden Postings erinnert sie noch einmal daran, dass die deutschen Touristen auf Mallorca nur Gäste seien.


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