Monacos neuer Fürst Nach der Krönung zum Fußball


Seit Samstagmittag weht die Fahne von Prinz Albert II. über dem Fürstenpalast von Monaco. Mit dem Fahnenwechsel hat er auch den Befehl über die Palastwache übernommen. Danach ging Albert zum Fußball-Spiel.

Bei strahlendem Sonnenschein vor dem Palast erwies Albert der Fahne seines Vaters die letzte Ehre. Dann wurde seine eigene Fahne übergeben. Sie zeigt den doppelten Buchstaben A für "Altesse Albert" (Hoheit Albert) und eine kleine Krone, auf der anderen Seite ist das Mönchswappen der Grimaldi-Familie auf die Seide gestickt.

Der europäische Hochadel war bei der Inthronisierung von Fürst Albert II. vor allem durch seinen Nachwuchs vertreten. Schwedens Kronprinzessin Victoria, Kronprinz Alois von Liechtenstein und Prinz Edward aus Großbritannien, begleitet von seiner Frau Sophie, gaben sich die Ehre. Vermisst wurde Kronprinz Haakon von Norwegen. Der Sohn des norwegischen Königs Harald V. war zu Hause bei seiner hochschwangeren Frau Mette-Marit geblieben, die im Dezember das zweite Kind von Haakon erwartet.

Das spanische Königshaus fehlte von Anfang an auf der Gästeliste. Die Absage wird darauf zurückgeführt, dass Albert die Spanier bei der Entscheidung über die Vergabe der Olympischen Spiele 2012 verärgert habe. Als Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) soll er die Delegation der Madrider Olympiabewerber offen auf das Problem von Terroranschlägen angesprochen haben.

Emotionsgeladene Krönungsmesse

Die Messe wurde von dem Erzbischof von Monaco, Bernard Barsi, abgehalten. Barsi erbat Gottes Segen für den 47 Jahre alten Fürsten, nahm in seiner sehr persönlichen Predigt am Nationalfeiertag der Monegassen aber auch konkret zu dessen Aufgaben als Modernisierer des Kleinstaates am Mittelmeer Stellung. "Ihm wird es gelingen, diesen großen Entwurf zu verwirklichen. Daran haben wir keinen Zweifel." Albert hatte angekündigt, das Fürstentum als Finanzstandort vom Ruf der Unseriösität befreien zu wollen und mehr Investoren in Zukunftsbranchen zu werben.

An der Seite des sehr ernst wirkenden Albert verfolgten seine Schwestern Stéphanie und Caroline sowie Carolines Mann Prinz Ernst August von Hannover die Zeremonie. Carolines ältester Sohn Andrea Casiraghi und der Priester John Kelly, ein Verwandter von Alberts Mutter Gracia Patricia aus den USA, gehörten zu den Gläubigen, die die Fürbitten sprachen. Ein Abgesandter des Papstes überbrachte den "herzlichen apostolischen Segen" von Benedikt XVI. Gegen Ende der Messe rang Albert um Fassung, seine Schwestern wischten sich Tränen der Rührung aus den Augen.

Bischof lobt Alberts Feingefühl und Entschlossenheit

In der Kathedrale ist auch das Grab von Alberts Vater Fürst Rainier III., der im April im Alter von 81 Jahren gestorben war. Nach 56 Jahren Regentschaft von Rainier hatte sein Sohn die Amtsgeschäfte bereits im März übernommen. Nachdem er am 12. Juli mit den Bürgern des Fürstentums gefeiert hatte, erfolgte am Samstag die offizielle Inthronisierung. Es sei ein "Tag der Freude und der Heiterkeit", sagte Erzbischof Barsi. "Danken wir Gott, dass er uns Fürst Albert II. als Herrscher gegeben hat." Albert habe bei seinem Vater die Fähigkeiten erworben, seine Aufgaben "mit Feingefühl und Entschlossenheit" zu erfüllen.

Die Gäste begleiteten den Auszug des neuen Fürsten aus der Kirche mit anhaltendem Applaus. Auf dem Platz vor der Kathedrale wurde Albert bei wunderschönem Wetter von Fanfarenklängen empfangen. Anschließend nahm der Fürst, der eine mit Orden geschmückte Gala- Uniform trug, einen Militäraufmarsch ab.

Samstagnachmittagsprogramm: Albert geht zum Fußball

Bevor das offizielle Programm weitergeht, besucht der Junggeselle und frischgekrönte Fürst erstmal ein Fußballspiel: Er ist Fan des Clubs AS Monaco, der um 17.15 Uhr im Stade Louis II. die Mannschaft von AS St. Etienne zu einem Punktspiel um die französische Meisterschaft empfängt. Am Abend sollten dann die seit Donnerstag dauernden offiziellen Feierlichkeiten mit einer glamourösen Gala zu Ende gehen. Auf dem Programm in der frisch renovierten Oper von Monaco stand Rossinis "Reise nach Reims".

DPA DPA

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