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Mordfall Gsell: Erst Verdächtige, jetzt Erbin

Die Witwe des getöteten Schönheitschirugen Franz Gsell kann wahrscheinlich bald ihr Erbe antreten. Der Mordverdacht gegen sie erhärtete sich nicht.

Tatjana Gsell kann möglicherweise schon bald ihr Erbe antreten. Es spreche nichts dagegen, dass die Witwe des getöteten Nürnberger Schönheitschirurgen Franz Gsell das Erbin eingesetzt werde, teilte das Bayerische Oberste Landesgericht mit. Das Amtsgericht Nürnberg wird nun zügig über Tatjana Gsells Antrag auf einen Erbschein entscheiden. Das sagte Justizpressesprecher Bernhard Wankel am Freitag der dpa.

Das Nachlassgericht hatte wegen der unklaren Rolle der Witwe angeordnet, dass zunächst andere mögliche Erben angehört werden und bis dahin ein Nachlasspfleger das Erbe verwaltet. Nun muss es jedoch "unter Berücksichtigung der jüngsten Entwicklung" neu darüber entscheiden.

Verdacht bestätigte sich nicht

Der 76 Jahre alte Schönheitschirurg Franz Gsell war im Januar in seiner Villa im Nürnberger Nobelviertel Erlenstegen von zwei Unbekannten überfallen und brutal niedergeschlagen worden. Er starb wenige Wochen später im Krankenhaus an den Folgen seiner Verletzungen. Seine 32-jährige Witwe wurde kurz darauf wegen des Verdachts der Mitschuld am Tod ihres Mannes verhaftet. Seit Oktober ist Tatjana Gsell jedoch wieder auf freiem Fuß. Der Vorwurf, sie habe die beiden mutmaßlichen Täter zu dem Überfall angestiftet, wurde fallen gelassen.

Die beiden Männer - zwei 33 und 47 Jahre alte Mitglieder einer Autoschieberbande - sitzen inzwischen in Deutschland in Untersuchungshaft. Am Donnerstag wurde der in Griechenland inhaftierte 47-Jährige nach Nürnberg gebracht und verhört. Anschließend wurde er in eine Haftanstalt in Bayern verlegt. Welche Angaben der 47-Jährige bei dem Verhör machte, wollte Justizpressesprecher Wankel nicht sagen.