Tatjana Gsell Society-Lady tritt Erbschaft ihres Mannes an


Die Nürnberger "Glamour-Lady" Tatjana Gsell kann die Erbschaft ihres nach einem mysteriösen Überfall gestorbenen Mannes antreten.

Das Nachlassgericht habe den Erbschein unterzeichnet, er werde in den nächsten Tagen der Witwe des früheren Schönheitschirurgen Franz Gsell zugestellt, teilte ein Nürnberger Justizsprecher heute mit.

Die 32-Jährige könne damit aller Voraussicht nach schon im Januar über das Vermögen ihres Mannes verfügen. "Das Ganze ist im Grunde genommen nur noch eine Postalfrage", fügte der Sprecher hinzu. Einzelheiten zum Umfang des geerbten Vermögens lehnte der Justiz- Sprecher ab. Das Vermögen war seit dem Tod Gsells wie bei unklaren Erbschaften üblich von einem so genannten Nachlasspfleger verwaltet worden.

Die 32-Jährige kann künftig frei über ihre Erbe verfügen

Den Ausschlag für die Freigabe des Erbes an Tatjana Gsell hat nach Angaben des Justizsprechers die Entscheidung des Bayerischen Obersten Landesgerichts gegeben. Dies hatte Ende November vor dem Hintergrund der Haftentlassung der Gsell-Witwe keine Einwände mehr gegen die Ausstellung des Erbscheins erhoben. Gsell hatte seine 45 Jahre jüngere Ehefrau als Alleinerbin seines Vermögens eingesetzt, das hauptsächlich aus der 1,8 Millionen Euro teuren Villa in Nürnberg bestehen soll.

Aus Sicht des Nachlassgerichts spreche nichts mehr dagegen, den Erbschein auszustellen, mit dem Frau Gsell künftig frei über ihr Erbe verfügen könne. "Das Gericht hat extra noch einmal die Akten des Strafverfahrens Gsell kommen lassen. Man hat aber nichts gefunden, was gegen die Ausstellung des Erbscheins spricht", sagte der Gerichts-Sprecher.

Mitglieder einer Autoschieberbande im Visier der Justiz

Ermittler hatten Tatjana Gsell monatelang indirekt für den Tod ihres Mannes verantwortlich gemacht. Sie hatten ihr vorgeworfen, Mitglieder einer osteuropäischen Autoschieberbande zum Überfall auf ihren Mann in der gemeinsamen Villa angestiftet zu haben. Sie sollten dabei ihre dort abgestellte Luxus-Limousine rauben und sie nach Osteuropa verschieben. Dafür sollte sie - neben der Versicherungssumme - rund 30.000 Euro erhalten.

Als der Verdacht auf versuchten Versicherungsbetrug zusammenschrumpfte, wurde die Nürnberger "Society-Lady" Ende Oktober aus der Untersuchungshaft entlassen. Im Visier hat die Justiz nun die Mitglieder der Autoschieberbande, die die Nürnberger Staatsanwaltschaft in den vergangenen Wochen vernommen hatte. Da die Ermittler über die Aussagen Stillschweigen bewahrten, bleibt der genaue Ablauf des Überfalls auf Franz Gsell im Januar 2003 weiterhin im Dunkeln.


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