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Vererben und Erbschaftssteuern: Zehn Tipps, damit Eltern ihre Kinder nicht gutgemeint ums Erbe bringen

Vier von zehn Deutschen planen, mindestens 100.000 Euro zu vererben. Über die Hälfte der Nachlässe in Deutschland sind Immobilien. So vererben Sie, ohne dass die Angehörigen nachher aufeinander losgehen. 

Von Ann-Christin Baßin

So sollte ein Testament unter Ehepartnern aussehen.

Das Testament unter Ehepaaren

Beim sogenannten Berliner Testament handelt es sich um ein Testament, das zwei Eheleute gemeinsam verfassen. Darin ist geregelt, dass sie sich im Todesfall gegenseitig zu Alleinerben einsetzen. Erst wenn auch der zweite Partner gestorben ist, wird ein Dritter zu dessen Erbe. Diesen haben die beiden Eheleute zu ihren Lebzeiten noch gemeinsam ausgesucht und in das Berliner Testament eingetragen. Normalerweise sind das die gemeinsamen Kinder des Paares. Vorteile: Die Partner sichern sich finanziell gegenseitig ab, das Geld bleibt in der Familie und in Patchworkfamilien können auf diese Weise auch die Stiefkinder erben.

Ein solches Testament birgt aber auch Fallstricke, besonders, wenn es nicht individuell an die aktuelle Lebenssituation angepasst wird. Normalerweise kann das Berliner Testament nach dem Tod eines Partners nicht mehr verändert werden. Es sei denn, die Eheleute haben einige Extraklauseln hineingeschrieben. Dann darf der Witwer oder die Witwe alles ändern. Man kann auch festlegen, dass sich zwar die Erbquoten ändern dürfen, nicht jedoch der Kreis der Erben.

Ein weiterer Nachteil droht durch eine hohe Erbschaftssteuer. Hinterlässt ein Paar ein beträchtliches Vermögen, so kassiert der Fiskus zweimal ab: Zuerst zahlt der länger lebende Partner Erbschaftssteuer, nach seinem Tod noch einmal die Kinder.  Ein "normales" Testament ist jederzeit widerrufbar und lässt dem Verfügenden alle Freiheiten. Es muss handschriftlich verfasst werden, mit Ort, Datum und Unterschrift.

Mit einem Erbvertrag kann man bereits zu Lebzeiten verbindlich bestimmen, wer Erbe werden und etwas aus dem Nachlass erhalten soll. Landwirte und selbstständige Handwerker regeln dadurch oft die Nachfolge. Trotzdem hat der Erblasser danach das Recht, frei über sein Vermögen zu bestimmen, solange er lebt.

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"Nach mir die Sintflut" - das ist eine weit verbreitete Ansicht, wenn es darum geht, was aus dem mühsam Angesparten werden soll. Die Entscheidung, wem Sie was vererben, kann Ihnen niemand abnehmen. Und eine Ideallösung für die Regelung des Nachlasses gibt es nicht. Vielmehr geht es darum, Ihre eigenen Lebensumstände zu berücksichtigen. Falls Sie bestimmte Personen im Erbfall bevorzugen wollen, sollten Sie über ein Testament nachdenken.

Die gesetzliche Erbfolge führt oft zu bösem Blut unter Familienangehörigen. Ein Testament sorgt für Ordnung und lässt keinen Raum für persönliche Interpretationen. Was viele Menschen nicht wissen: Sie können Ihren Besitz auch schon zu Lebzeiten "verteilen". Aber auch hier gilt: Behalten Sie Ihre Finanzen im Überblick und verschenken Sie nicht mehr, als Sie besitzen. Ansonsten reicht schon ein kleiner Unfall aus, um Ihre eigene Finanzplanung ins Wanken zu bringen. Immerhin wollen Sie Ihren Lebensabend doch genießen. Zehn Tipps damit das auch funktioniert.

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  • Ann-Christin Baßin