WM-Kampf "Killer-Queen"-Susi holt WM-Titel


Es war ein hartes Stück Arbeit: Susi Kentikian ist zweifache Boxweltmeisterin im Fliegengewicht und Nachfolgerin von Regina Halmich. Die gebürtige Armenierin bezwang die Französin Nadia Hokmi nach Punkten. "Ein Wahnsinnskampf", sagte die "Killer-Queen" nach dem Kampf.

Im Kampf um die Erbfolge der deutschen Box-Königin Regina Halmich hat Susi Kentikian vorerst die besten Aussichten. Die 20 Jahre alte Fliegengewichtlerin holte am frühen Samstagmorgen in Hamburg mit einem einstimmigen Punktsieg (97:95, 96:94, 97:94) über Nadia Hokmi (Frankreich) den WIBF-WM-Titel, den ihre prominente Berufskollegin eine Woche zuvor bei ihrem Rücktritt niedergelegt hatte. "Das ist ein ganz besonderer Titel. Ich bin einfach nur glücklich", gestand die nunmehr zweifache Weltmeisterin nach ihrem von 3800 Zuschauern bejubelten Erfolg.

Halmich gehörte zu den ersten Gratulanten. "Ein Wahnsinnskampf. Er ist genauso ausgegangen, wie ich das erwartet hatte", sagte die 31 Jahre alte Karlsruherin, die bei der ProSieben-Fight Night zuvor eine weitere Bewährungsprobe auf dem Weg zur angestrebten TV-Karriere zu bestehen hatte. Am Verdienst des Sieges von Kentikian gab es für die "Jung-Moderatorin" keinen Zweifel: "Susi ist eine würdige Weltmeisterin."

Ein hartes Stück Arbeit für Kentikian

Zuvor hatte die nur 1,54 Meter kleine gebürtige Armenierin in zehn Runden ein hartes Stück Arbeit zu verrichten gegen eine Gegnerin, die ihr wie schon beim ersten Aufeinandertreffen im Mai arg zusetzte. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie noch mal extra Druck macht. Nadia kann unheimlich hart schlagen", gestand Kentikian ein.

Anders als bei der Erstauflage, die die Deutsche knapp mit 2:1- Richterstimmen für sich entschied, hielt die wuselige Instinkt- Boxerin ihr taktisches Konzept diesmal jedoch über weite Strecken ein. Das hieß wie immer bei dem kleinen Wirbelwind: marschieren und schlagen aus allen Lagen. Dem hatte Hockmi außer ihrer überlegenen Reichweite insgesamt zu wenig entgegenzusetzen. Somit ging das Urteil am Ende in Ordnung.

Die nächste Gegnerin wartet schon

Kentikians Rivalen werden den Auftritt der WBA- und nun auch WIBF- Weltmeisterin, den auf Pro Sieben 1,7 Millionen Zuschauer (Marktanteil 10,9 Prozent) live verfolgten, mit Aufmerksamkeit registriert haben. Als nächste der potenziellen Halmich- Nachfolgerinnen wirft Natascha Ragosina ihren Hut in den Ring. Die im Supermittelgewicht boxende Russin setzt am 15. Dezember in Dessau gegen die Amerikanerin Akondaye Fountain gleich vier WM-Titel auf Spiel, um einen fü-nften zu gewinnen. Das ist in deutschen Box- Ställen bislang noch nicht dagewesen.

Gerd Glaner/DPA DPA

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