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Früherer DSDS-Star: Schwere Vorwürfe von Olivia Jones: "Die Ärzte haben Daniel Küblböck auf dem Gewissen"

Im Fall des mutmaßlichen Suizids von Daniel Küblböck erhebt Drag-Queen Olivia Jones schwere Vorwürfe. Ärzte hätten dem Sänger unberechtigt weibliche Hormone verschrieben - und daher eine Mitschuld an dessen Tod.

Daniel Küblböck und Olivia Jones

Daniel Küblböck und Olivia Jones 2008 in Hamburg bei der Premiere von "Holiday on Ice - Energia".

Picture Alliance

Eines der letzten Fotos zeigt ihn in Frauenkleidern, geschminkt und mit Ohrringen: Daniel Küblböck stellte sich auf seiner Reise auf der "AidaLuna" vielen Gästen als Frau vor. Er nannte sich Lana Kaiser und soll einigen Passagieren erzählt haben, dass er weibliche Hormone nehme und sich auf eine Geschlechtsumwandlung vorbereite. Auch Drag-Queen Olivia Jones bestätigt diese Aussage und erhebt gleichzeitig schwere Vorwürfe gegen die Ärzte des DSDS-Sängers.

"Daniel hat gesagt, dass er Hormone einnehme, um zu einer Frau zu werden", sagte Jones, die mit Küblböck befreundet war, der "Bild"-Zeitung. Sie frage sich allerdings, welcher Arzt ihm die Medikamente guten Gewissens verschrieben habe. "Hormone darf man nur nehmen, wenn man mindestens ein halbes Jahr als Frau gelebt hat. Und das hat Daniel definitiv nicht", erklärte Jones, die mit mehreren Menschen befreundet ist, die eine Geschlechtsumwandlung hinter sich haben.

Daniel Küblböck hätte intensiv betreut werden müssen

Hormonpatienten werden intensiv medizinisch und psychologisch betreut. Wer eine Geschlechtsumwandlung vornehmen lassen möchte, wird eingehend beraten und daraufhin überprüft, ob der Wille schon längere Zeit besteht oder nicht. Der Grund: Eine begonnene Hormontherapie kann schwere Nebenwirkungen wie Depressionen auslösen. Zudem ist der Schritt zur Geschlechtsumwandlung für die Patienten mit schweren psychischen Belastungen verbunden. Doch eine ärztliche Betreuung hatte Küblböck offenbar nicht.

Küblböck verschwand am 9. September von der "AidaLuna" und stürzte sich offenbar von Bord in die zehn Grad kalten Fluten des Atlantiks. Die näheren Umstände seines mutmaßlichen Suizids sind bislang unklar, die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen.

Jones fordert juristische Konsequenzen für Ärzte

"Die Ärzte haben Daniel mit dem Zeug allein gelassen, das ist verantwortungslos. Wer auch immer ihm die Präparate gegeben hat, muss vor ein Gericht gestellt werden", fordert Jones in der "Bild"- Zeitung. "Die Ärzte haben Daniel auf dem Gewissen."

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Daniel Küblböck
mai