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Paris Hilton: Das dufte Comeback einer Vergessenen

Es ist still geworden um Hotelerbin Paris Hilton. Andere Glamourgirls haben ihr den Rang in den Klatschspalten abgelaufen. Doch plötzlich ist sie wieder als Cover-Model für Männermagazine gefragt. Und das hängt ausgerechnet mit ihren buchhalterischen Fähigkeiten zusammen.

Von Frank Siering, Los Angeles

Ihre Zeit war eigentlich vorbei. Abgeschrieben, ausgeladen, veralbert. Kritiker können Paris Hilton vieles nachsagen, aber eines mit Sicherheit nicht: Dass die Blondine mit Ferrari in der Garage kein Stehvermögen habe.

Still und heimlich baute sich die Hotelerbin nach ihrem Abstieg als Reality-Queen ("The Simple Life") in den vergangenen Jahren ein neues Imperium auf. Fernab der klickenden Paparazzi-Kameras und launigen TV-Talkrunden produzierte Hilton süßliche Duftwässerchen. Eines nach dem anderen.

Sie heißen Tease, Passport South Beach, Passport Tokio, Passport Paris und so weiter. Mittlerweile sind es mehr als neun Duftmarken, die Paris kreiert und offensichtlich sehr erfolgreich vermarktet hat. Angefangen hat sie mit dem Parfum-Business vor sechs Jahren. Jetzt erzählte sie in einem Interview mit dem Magazin "FHM", dass ihre Düfte seit 2005 weltweit mehr als 1,3 Milliarden Dollar umgesetzt haben.

Von "That's hot" zu "That's cash"

Eine wahrlich beachtliche Leistung einer Frau, die einst mit einem Sex-Tape ("One Night in Paris") und dem Spruch "That's hot", Hilton hat ihn sogar als Trademark registrieren lassen, in Hollywood Karriere gemacht hatte.

Ganz so dumm, wie bisher immer angenommen, scheint der 30-jährige Blondschopf nicht zu sein. Mit den Themen Buchhaltung und Finanzen jedenfalls scheint sie sich gut auszukennen.

In den letzten Jahren, so sagt sie selbst, habe sie diverse "Marketing-Kurse" an der University of California in Los Angeles (UCLA) besucht, sich in Geschäftsmeetings ihres Vaters geschmuggelt und dabei "gut aufgepasst". "That's hot"-Hilton avancierte über die Jahre plötzlich zu "That's cash"-Paris.

Zweiter Frühling als Vorzeige-Promi

Das Dummchen war also offensichtlich oftmals nur gespielt. Klingt auch nur logisch; denn mit Dummheit allein verdient kein Mensch sieben Millionen Dollar im Jahr. Soviel kassierte Hilton bereits im Jahre 2005. Noch bevor die Parfumwolke so richtig zu dampfen angefangen hatte. Sicher, ihre wahre Liebe, das will sie bis heute gar nicht abstreiten, liegt immer noch im Erhaschen von Aufmerksamkeit. Auch deshalb startete sie im vergangenen Jahr einen letzten Versuch, noch einmal mit einer Reality-Show ins TV zurückzukehren. Aber nach der ersten Staffel von "The World According to Paris" folgte die schnelle Einsicht, dass dieser Geldfluss endgültig versiegt ist. Die Show wurde wegen schwacher Einschaltquoten eingestellt.

Und dennoch: Hilton erlebt dieser Tage einen kuriosen zweiten Frühling als Vorzeige-Promi. Magazine wie Vanity Fair Paris oder eben FHM packen Paris plötzlich wieder aufs Titelbild. Sexy und verführerisch wie eh und je. Comeback einer Vergessenen. "Ich kann mich über zu wenig Arbeit wahrlich nicht beschweren", sagt Hilton selbst.

Gewisse Leere im Blick

Da liegt sie also und rekelt sie sich in schwarzen Strapsen auf dem Titelbild des Männermagazins. Sexy, blond, noch immer mit der gewissen Leere im Blick. Genauso sieht sich Hilton am liebsten in der Öffentlichkeit. Früher wie heute.

Hinter der Fassade allerdings lauert eine pfiffige Geschäftsfrau, die 1,3 Milliarden Gründe hat, ihren Kritikern ihr nerviges "That's hot" entgegenzurufen.