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Porträt: Die himmlische Liv Tyler will kein Luder sein

Gute Mädchen kommen zwar in den Himmel, in Hollywood aber nicht sonderlich weit - normalerweise. Liv Tyler will das Gegenteil beweisen.

Gute Mädchen kommen zwar in den Himmel, in Hollywood aber nicht sonderlich weit - normalerweise. Dort werden junge Schauspielerinnen in Kategorien gepackt: Den Typ Zicke besetzt Christina Ricci, Jennifer Love Hewitt oder Sarah Michelle Gellar brillieren durch ihren unschuldigen Pfadfinderinnen-Sex, und die süßen Blondchen geben Alicia Silverstone und Renee Zellweger.

In keine dieser Kategorien passt das neueste "It"-Girl der Traumfabrik, Liv Tyler. Und doch läuft sie allen vorneweg - zauberhaft und himmlisch überirdisch zugleich. "Tyler scheint in ihre Filme hineinzuschweben", schwärmt das Entertainment-Magazin "Vanity Fair" für die 23-Jährige. "Selbst wenn sie eine tragende Rolle wie in Bernardo Bertoluccis Stealing Beauty spielt." Wovon sie wohl getragen wird, fragt das Blatt verträumt?

Vom Model zur gefragten Schauspielerin

Eine Mischung aus naivem Charme, kindlicher Unsicherheit und bürgerlicher Bodenständigkeit muss es sein - in der Hülle eines Supermodels. Attribute, die das Kind des Playboy-Bunnys Bebe Buelle und des Aerosmith-Rockers Steven Tyler kaum von ihren Eltern geerbt haben kann. Mit 14 zog Liv Tyler - nach Liv Ullmann benannt, die am Tag ihrer Geburt auf dem Cover der Fernsehzeitung "TV-Guide" war - nach New York City, um eine Modelkarriere zu starten. 1995 bekam sie nach nur einem Vorsprechen ihre erste Rolle in dem Streifen "Heavy". 1997 wählt das amerikanische Magazin "People" die Jungschauspielerin unter die 50 schönsten Menschen der Welt.

Keine Lust auf Sex-Szenen

Tyler, die hoch gewachsene, schlanke Frau mit dem Schneewittchengesicht und den langen dunklen Haaren tut sich schwer mit freizügigen Szenen: "Es ist fürchterlich, sich selbst entblößt auf der Leinwand zu sehen. Etwa so, wie wenn man auf einen Antwortbeantworter spricht und nachher Gänsehaut bekommt, wenn man hört, wie komisch es klingt - nur hier hat der Ton auch noch Bild."

Ihr Verlobter, der Musiker Roy Langdon, kann damit gut umgehen, meint Tyler. "Er weiß, wie sehr ich ihn liebe. Es ist viel schwerer für mich, diese Szenen zu drehen. Er muss ja nur zuschauen - ich muss mit Leuten wie John Goodman schmusen." In Zukunft möchte die 23-Jährige ihr Privatleben besser mit dem Job verbinden. "Ich halte es einfach nicht aus, so lange von zu Hause fort auf Dreh zu sein", lacht Tyler. "Ich fühle mich dann so wurzellos."

Größter Traum: Ein Anruf von Martin Scorsese

Beim Aussuchen zukünftiger Rollen dreht sich dann auch alles um den richtigen Regisseur. "Mein größter Traum ist es, dass eines morgens das Telefon klingelt, Martin Scorsese mich weckt und sagt: 'Liv, ich will Dich!'" Wovon die himmlische Liv getragen wird, wollte "Vanity Fair" wissen? Es müssen unsichtbare Flügel sein.

Carla S. Reismann