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249.000 Pfund weniger: Die Queen greift durch – doch das könnte das kleinste Problem von Prinz Andrew sein

Nach seinem viel kritisierten Interview musste Prinz Andrew jetzt bei seiner Mutter, Königin Elisabeth II., antanzen. Das Treffen mit der Monarchin hatte Konsequenzen.

Nach umstrittenen TV-Interview: Prinz Andrew legt öffentliche Ämter nieder

Queen Elizabeth II. hat einen langen Atem. Die "stiff upper lip" der britischen Royals ist legendär - die Haltung, mit der sie jeden noch so stürmischen Gegenwind aushalten. Das Credo: "Never complain, never explain." Doch jetzt ist offenbar selbst der geduldigen Monarchin der Kragen geplatzt. Prinz Andrews peinliches BBC-Interview, in dem sich der Lieblingssohn der Königin um Kopf und Kragen redete, lässt auch seine stoische Familie nicht kalt. 

Prinz Andrew tritt zurück

Um die Wogen zu glätten und sich bei seiner Mutter zu entschuldigen, hat Andrew jetzt verkündet, von allen seinen royalen Verpflichtungen zurückzutreten. Ihm sei - so erklärt er sich in einem offiziellen Statement - klar geworden, "dass die Umstände meiner früheren Verbindung zu Jeffrey Epstein zu einer enormen Störung geworden sind für die Arbeit meiner Familie und die wertvolle Arbeit in den Organisationen und Vereinen, die ich mit Stolz unterstützt habe", so Andrew. Seinen Entschluss, "auf absehbare Zeit" zurückzutreten, habe die Queen gewährt.

Es klingt nach der Einsicht des Prinzen, dem nach seinen widersprüchlichen Aussagen zur Freundschaft mit Jeffrey Epstein immer mehr Kritik entgegen schlägt. Doch wie Teile der britischen Presse vermuten, sollen vor allem Prinz Charles und die Queen durchgegriffen haben. Wie der "Guardian" berichtet, soll Andrews Entscheidung in enger Abstimmung mit seinem Bruder Charles und dem Oberhaupt der Familie gefallen sein. 

249.000 Pfund weniger im Jahr

Aber was bedeutet die Entscheidung für die Zukunft - und für Andrew persönlich? Sicher ist, dass der Prinz in den kommenden Monaten, wenn nicht sogar Jahren, deutlich seltener in der Öffentlichkeit auftreten wird. Nachdem er nicht nur sich selbst, sondern auch seiner Familie erheblichen Schaden zugefügt hat, würden es die Royals sicher begrüßen, wenn der Fokus nicht mehr so stark auf ihm läge. 

Auch finanziell hat die Entscheidung Konsequenzen. Genauer: Prinz Andrew werden 249.000 Pfund Jahresgehalt - durch Steuergelder finanziert - entzogen. Sonderlich belasten dürfte ihn das aber nicht. Sein Anwesen in Windsor wird er behalten. Geld würde er (nur) noch aus dem Herzogtum Lancaster der Queen beziehen, das im vergangenen Jahr 21 Millionen Pfund Gewinn erzielte. 

Eng werden könnte es für Andrew, würde er im Fall Epstein bald von der Staatsanwaltschaft vorgeladen werden. Nachdem er in seinem Statement angekündigt hat, in den Ermittlungen helfen zu wollen, forderte Lisa Bloom, die einige Epstein-Opfer vertritt, den Prinzen via Twitter zu mehr Kooperation auf. "Prinz Andrew war schlicht nicht glaubwürdig in seinem Interview. Er und sein Team müssen bei all den Ermittlungen kooperieren, zu Gerichtsverfahren erscheinen und alle Dokumente vorlegen. Wir fangen gerade erst an", schrieb Bloom.

Das gestrichene Jahresgehalt dürfte also Andrews kleinstes Problem sein.

Quellen: "Guardian" / Twitter "The Duke of York" / Twitter Lisa Bloom

ls