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Missbrauchs-Prozess Es geht um acht Namen: Ghislaine Maxwell bricht ihr Schweigen

Ghislaine Maxwell
Eine Gerichtszeichnung zeigt Ghislaine Maxwell auf der Anklagebank
© Elizabeth Williams / Picture Alliance
Bislang hat sie vor Gericht eisern geschwiegen. Doch nun könnte Ghislaine Maxwell ihre Strategie ändern. Wie US-Medien berichten, gibt die Epstein-Vertraute ihren Widerstand auf gegen die Nennung von acht Namen.

Während des kompletten Prozesses hatte sie kein Wort gesagt. Ghislaine Maxwells Strategie war: Nicht sich selbst und andere belasten. Doch das Verdikt der Jury hat offenbar alles geändert: Die zwölf Geschworenen hatte die frühere Vertraute von Jeffrey Epstein in fünf von sechs Anklagepunkten für schuldig befunden. 

Das Strafmaß ist noch nicht verkündet worden, im schlimmsten Fall drohen der 60-Jährigen bis zu 65 Jahre Haft. Sie würde das Gefängnis zu Lebzeiten also nicht mehr verlassen. Um ihr Strafmaß zu reduzieren, so spekulierten nach dem Urteil Beobachter, könnte die Frau ihre Strategie ändern und mit den Behörden kooperieren. 

Und genau das hat Ghislaine Maxwell nun offenbar vor: Wie der amerikanischen Fernsehsender CNN auf seiner Website berichtet, ist Maxwell willens, die Namen von acht Personen zu nennen, die zum Kreis um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gehörten und sich von diesem Minderjährige zuführen ließen. CNN beruft sich dabei auf einen Brief vom 12. Januar, der an die Richterin Loretta Preska gerichtet ist.

Prinz Andrew gehörte zum Kreis um Ghislaine Maxwell

Es geht dabei um eine Aussage, die Maxwell 2016 im Prozess gegen Epstein abgegeben hat. Damals nannte sie die Namen von acht Beteiligten - bestand aber bislang immer darauf, dass diese nicht veröffentlicht werden. Nun will sie ihren Widerstand offenbar aufgeben und dem Gericht die Entscheidung überlassen, diese Namen zu veröffentlichen. Das verkündete auch der Politiker Jon Cooper auf Twitter. 

2015 hatte Virginia Giuffre Maxwell wegen Falschaussage verklagt, doch es kam hier zu keinem Urteil, der Prozess wurde 2017 außergerichtlich beigelegt, Ghislaine Maxwell soll der Klägerin Millionen gezahlt haben. 

Um diese Prozessakten geht es nun: Sollten sie öffentlich gemacht werden, müssen acht Personen zittern. Vermutlich auch Prinz Andrew: Auch den zweitältesten Sohn der Queen hat Virginia Giuffre verklagt. Der Prozess soll noch in diesem Jahr beginnen.

Verwendete Quelle: Twitter, CNN

che

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