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Epstein-Fall Gesetzeslage für die Royals: Genießt Prinz Andrew Immunität?

Prinz Andrew
Prinz Andrew hat sich in einem BBC-Interview um Kopf und Kragen geredet
© David Parker/Dail Mail Pool/AP / DPA
Seine Freundschaft zu Jeffrey Epstein hatte mittlerweile Folgen für Prinz Andrew. Er ist von seinen royalen Verpflichtungen zurückgetreten. Aber genießt er als Mitglied der Königsfamilie Immunität?

Sie ließ sich nichts anmerken, als sie am Dienstagvormittag den Hauptsitz der Königlichen Philatelistengesellschaft in London eröffnete. Für Queen Elizabeth II. war der Auftritt business as usual. Hinter den Kulissen des Königshauses brodelt es allerdings seit über einer Woche. Prinz Andrews fataler Auftritt bei einem TV-Interview sorgt für Unruhe im Palast. Andrews Freundschaft zu dem mittlerweile verstorbenen Pädophilen Jeffrey Epstein wird gerade zum größten Skandal, den die britische Monarchie seit Jahrzehnten durchstehen muss. 

Prinz Andrew: Genießt er Immunität?

Während der 59-Jährige im Gespräch mit Journalistin Emily Maitlis nur über sich sprach und sich dabei um Kopf und Kragen redete, fordert ihn unter anderem Gloria Allred, die Anwältin einiger von Epsteins weiblichen Opfern, dazu auf, den Ermittlungen als Zeuge unterstützend zur Seite zu stehen. Doch stimmen die Anschuldigungen von Virginia Roberts, könnte Andrew selbst in den Fall verstrickt sein. Denn die heute 35-Jährige behauptet, sie sei als 17-Jährige mehrmals zum Sex mit dem Royal gezwungen worden. Andrew bestreitet dies, sagte im BBC-Interview, er sei damals mit seiner Tochter Beatrice in einem Pizza-Restaurant gewesen. Wie ein Foto, das ihn und Roberts zeigt, entstanden ist, dafür habe er keine Erklärung. 

Gut möglich, dass Andrew bald von der US-Ermittlungsbehörde FBI dazu befragt wird. Er müsste unter Eid aussagen. Aber genießt der Sohn von Queen Elizabeth II. als hochrangiger Royal vor Gericht Vorteile? Die Antwort ist nein. Immunität genießt nur das Staatsoberhaupt selbst, also die Königin. "Staatenimmunität ist ein Konzept zum Schutz der Position von Staatsoberhäuptern, aber eben nur von Staatsoberhäuptern, nicht von den Mitgliedern ihrer Familie. (...) Andrew ist in der gleichen Position wie jeder andere britische Bürger", erklärt Verfassungsrechtsprofessor Bob Morris der britischen Zeitung "The Sun".

Er sollte sich freiwillig stellen

Der einzige - aber durchaus wichtige - Unterschied ist Andrews Privileg, als wohlhabender Royal aufgewachsen zu sein. Denn er kann sich die besten Berater und Anwälte leisten. "Ich glaube nicht, dass er gezwungen werden kann, die (USA) anders als im Auslieferungsverfahren zu besuchen, aber er wird dafür offen sein. Es könnte klug sein, in Betracht zu ziehen, (...) sich freiwillig zu stellen", fügt Morris hinzu. 

Als Handelsbotschafter hat Prinz Andrew zwar diplomatische Immunität genossen, doch die gilt nicht für ihn als Privatperson. Inwieweit Prinz Andrews Aussagen helfen könnten, den Epstein-Fall aufzuklären, bleibt abzuwarten. 

Quellen: "The Sun" / "The Times"

ls

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