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Missbrauchsskandal: Ex-Butler von Jeffrey Epstein: "Vielleicht hat Prinz Andrew etwas zu verbergen"

Juan Alessi arbeitete jahrelang als Butler und Chauffeur für Jeffrey Epstein. In einem Interview berichtet der 70-Jährige nun von seinen Erlebnissen in Epsteins Haus, in dem auch Prinz Andrew regelmäßig zu Gast war.

Prinz Andrew

Prinz Andrew, Sohn der britischen Königin, gerät durch seine Freundschaft mit Jeffrey Epstein, zunehmend unter Druck

DPA

Ob er bereit wäre, unter Eid auszusagen, wurde Prinz Andrew im vergangenen November während seines skandalösen BBC-Interviews zum Fall Jeffrey Epstein gefragt. Immerhin, so die Journalistin Emily Maitlis, scheine er ja völlig davon überzeugt zu sein, die Wahrheit zu sagen. Der 60-Jährige druckste etwas herum und sagte schließlich: "Nun, bevor ich das tue, muss ich mich natürlich mit meinen Anwälten beraten. Aber wenn es hart auf hart kommt und meine Anwälte mir dazu raten, dann würde ich es tun." Doch bisher zeigt der Sohn der Queen wenig Bereitschaft, zur Aufklärung des Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein beizutragen. Stattdessen monieren die zuständigen Ermittler, der Royal würde die Zusammenarbeit mit dem FBI verweigern.

Nun hat sich der frühere Butler von Jeffrey Epstein in einem Interview geäußert und sagt über Prinz Andrew: "Vielleicht hat er etwas zu verbergen." Der Amerikaner Juan Alessi hat seit 1991 für Epstein gearbeitet, als Butler in seinem Wohnsitz in Palm Beach sowie als Chauffeur.

Als es 2005 das erste Mal Ermittlungen gegen Epstein wegen Missbrauchs von Minderjährigen gab, wurde Alessi von der Polizei befragt. Schon damals versicherte er unter Eides statt, dass Prinz Andrew wochenlang bei Epstein zu Gast gewesen sei. Auf seinem Anwesen in Florida habe er stets im "blauen Zimmer," dem Hauptschlafzimmer des Gästetrakts genächtigt. 

Epsteins Butler nennt Prinz Andrew "einen netten Kerl"

Im Interview mit der britischen Zeitung "Mirror" erneuert Alessi nun seine Aussagen, Prinz Andrew habe Anfang der Nullerjahre Nackt-Pool-Partys in Palm Beach besucht und sich massieren lassen. Allerdings habe er ihn nie gemeinsam mit minderjährigen Mädchen gesehen, auch nicht mit Virginia Roberts, die behauptet, der Royal habe sie vergewaltigt. "Ich habe Prinz Andrew zweimal im Haus getroffen. Er war für mich ein vollkommener Gentleman. Er war ein netter Kerl", sagt Alessi. Prinz Andrew habe ihm sogar ein großzügiges Trinkgeld von 140 Dollar zukommen lassen, obwohl Epstein das nicht gern sah.

Prinz Andrew Virginia Roberts

Kein gutes Haar lässt der ehemalige Angestellte hingegen an Ghislaine Maxwell. Die Epstein-Vertraute sei "der Teufel", so Alessi. "Sie wusste genau, was Epstein tat." Er habe sie durch die Gegend chauffieren müssen, ohne zu wissen, was der Sinn dieser Fahrten war: das Rekrutieren neuer, minderjähriger Mädchen. Alessi brachte Maxwell auch zu Donald Trumps Anwesen Mar-a-Lago in Palm Beach. "Da fand sie Virginia." Die damals 15-Jährige lebte bei ihrem Vater, der als Angestellter in dem Privatclub arbeitete.

Butler musste Mädchen für Jeffrey Epstein bezahlen

Alessi erzählt weiter, dass er die Mädchen in Epsteins Anwesen bezahlen musste. "Ich ging immer zur Bank und hob 10.000 Dollar ab. Ich bezahlte sie aus der Portokasse und füllte eine Quittung aus. Ich wünschte, ich hätte gewusst, wofür sie wirklich bezahlt wurden."

Dass Epstein tot ist, sei für ihn eine Erleichterung. "Er war gefährlich. Ich hatte Angst vor ihm. Aber er war auch ein Feigling und konnte dem, was ihn erwartete, nicht ins Auge sehen." Juan Alessi wünscht sich, dass Ghislaine Maxwell gefasst und verurteilt wird und zu Prinz Andrew sagt er: "Ich hoffe, er tut auch das Richtige - immerhin ist er selbst Vater."

Quelle: "Mirror"

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jum