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Royals "Heuchlerisch": Royal-Experte kritisiert Prinz Harry für Rassismus-Aussagen

Prinz Harry und Herzogin Meghan
Prinz Harry und Herzogin Meghan
© Dominic Lipinski / Picture Alliance
Prinz Harry hat junge Menschen dazu animiert, sich gegen strukturellen Rassismus aufzubäumen. Royal-Experte Robert Jobson findet das in Anbetracht von Harrys eigener Vergangenheit "heuchlerisch". 

Prinz Harry galt lange Zeit als Skandalprinz. Er war weniger zurückhaltend als sein Bruder William, weniger regeltreu, schlug gerne mal über die Stränge. Unvergessen auch sein Auftritt im Nazi-Kostüm auf einer Party in London. Heute ist Prinz Harry kaum wiederzuerkennen. Zusammen mit seiner Frau, Ex-Schauspielerin Herzogin Meghan, setzt er sich für politische Belange ein.

Prinz Harry: Kampf gegen strukturellen Rassismus

Erst kürzlich machte er in einem Video-Chat seine Erziehung für seine einst fehlende Einsicht gegenüber rassistischen Vorurteilen verantwortlich. Der Duke of Sussex erklärte: Seine privilegierte Position in der Königsfamilie habe dazu geführt, dass er unterbewusste rassistische Ansichten nicht als Problem betrachtete. Während seiner Kindheit habe Harry keine Ahnung gehabt, dass Rassismus existiere. Erst "für einen Tag oder eine Woche" die Welt mit Meghans Augen zu sehen, ließ ihn bemerken, wie schädlich rassistische Vorurteile eigentlich sind. Gleichzeitig rief er andere dazu auf, sich auf diesem Gebiet weiterzubilden. 

Genau diese Aussage veranlasste nun den Royal-Experten und Biografen Robert Jobson zu einem Statement. In einer Talkshow auf True Royalty TV bezog sich Jobson auf Harry und bezeichnete dessen Aussagen als "heuchlerisch". "Ich erinnere mich, wie er rassistische Beleidigungen über einen asiatischen Offizier aussprach, die von ihm selbst gefilmt und von seinen Freunden verbreitet wurden, und er musste sich für seine rassistischen Bemerkungen entschuldigen. Ich finde, dass Harry allen anderen sagt, sie seien strukturell rassistisch, heuchlerisch", sagte er. 

Harry musste sich entschuldigen

Vor elf Jahren sorgte das Video aus 2006 für Aufsehen. Prinz Harry nannte darin einen seiner Soldatenkollegen seinen "Paki Freund". Der Palast entschuldigte sich für die rassistische Aussage, stellte klar: "Prinz Harry versteht voll und ganz, wie beleidigend dieser Begriff sein kann, und er bedauert jede Beleidigung, die seine Worte hervorrufen könnten, außerordentlich. Bei diesem Vorfall vor drei Jahren benutzte Prinz Harry den Begriff jedoch ohne jede Böswilligkeit und als Spitzname über ein sehr beliebtes Mitglied seines Zuges. Es steht außer Frage, dass Prinz Harry in irgendeiner Weise versucht hat, seinen Freund zu beleidigen."

Dass Jobson dieses Beispiel nun anbringt, um Harrys Kampf gegen strukturellen Rassismus zu diskreditieren, passt zur Aversion vieler traditioneller Royalisten gegenüber den Sussexes und ist daher wenig überraschend. Tatsächlich belegt der Vorfall von damals nur, was Harry heute selber sagt: Er hat rassistische Ansichten früher nicht als Problem betrachtet. 

Quelle: "Daily Mail" / "Guardian"

ls

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