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Duke of Sussex Erst das Zusammenleben mit Meghan zeigte Harry, was Rassismus bedeuten kann

Prinz Harry schaut in die Kamera
Prinz Harry tauschte sich für die "GQ" mit Patrick Hutchinson aus
© British GQ / PA Media / DPA
Prinz Harry nahm an einem Video-Chat im Rahmen eines Festivals der britischen GQ teil und diskutierte über Rassismus. Vor allem seine Meinung gegenüber seiner Erziehung, sorgt für Aufsehen.
Von Emily Linow

Während des sogenannten "GQ-Helden-Festivals", der britischen Ausgabe des "GQ"-Magazins, tauschte sich Prinz Harry mit dem Aktivisten Patrick Hutchinson über Rassismus, Vorurteile und Aktivismus aus. Hutchinson war während der Black-Lives-Matter-Proteste im Sommer durch ein Foto in den Fokus gerückt. Er hatte einen rechten Protestierenden aus einer Prügelei gerettet und in Sicherheit gebracht.

Prinz Harry: "Die Erziehung ist Schuld"

Prinz Harry macht in dem Video-Chat seine Erziehung für seine einst fehlende Einsicht gegenüber rassistischen Vorurteilen verantwortlich. Der Duke of Sussex erklärte, dass seine privilegierte Position in der Königsfamilie dazu geführt habe, dass er unterbewusste rassistische Ansichten nicht als Problem betrachtete. Während seiner Kindheit habe Harry keine Ahnung gehabt, dass Rassismus existiere. Erst "für einen Tag oder eine Woche" die Welt mit Meghans Augen zu sehen, ließ ihn bemerken, wie schädlich rassistische Vorurteile eigentlich sind. Gleichzeitig rief er andere dazu auf, sich auf diesem Gebiet weiterzubilden.

Der Prinz stellte klar, dass es nicht darum ginge, andere zu beschuldigen. "Du kannst gar nicht wirklich mit dem Finger auf jemanden zeigen, wenn es um unterbewusste Vorurteile geht", erläuterte er, "aber wenn man es realisiert oder sich ein wenig unwohl fühlt, liegt es an jedem selbst, rauszugehen und sich zu bilden." Ignoranz sei von da an nicht länger entschuldbar.

Einen Rechtsextremen gerettet

Harry führte den Chat von seinem Haus in Santa Barbara aus. Das Gespräch der beiden Männer war Teil des jährlichen "Kulturfestes der Helden" der britischen Zeitschrift "GQ". Hutchinson teilte einen kurzen Ausschnitt des Videos auf seinem Instagram-Account. Während des Gesprächs mit Harry erklärte er, wie es zu der Situation im Sommer kam, mit der er auf den Titelseiten der britischen Tageszeitungen landete.

Damals, im Juni, ging Hutchinson mit einigen seiner Freunde auf eine Demonstration gegen Rechtsextreme, um für den Schutz junger "Black Lives Matter"-Aktivisten zu sorgen. Dabei sahen sie, wie ein rechtsextremer Demonstrant durch eine Menschenmenge gezerrt wurde. Hutchinson, im Beruf Personal Trainer, griff ein und brachte den Demonstranten in Sicherheit.

Das Foto der Rettungsaktion landete auf diversen britischen Titelseiten. Hutchinson stellte klar, dass er es für jeden getan hätte und wieder tun würde. Im Anschluss sprach er über die weltweiten Anti-Rassismus-Proteste: "Ich frage mich einfach, warum es manchen Menschen so schwer fällt zu verstehen, wonach wir alle streben: Gleichberechtigung."

Ein "leuchtendes Beispiel"

Harry lobte Hutchinson für seine Tat und sagte, er sei "ein leuchtendes Beispiel dafür, wie jeder Mensch handeln, arbeiten und funktionieren sollte". Er fügte hinzu: "Und das sogar zu einem Zeitpunkt, in dem zwei Gruppen sich direkt gegenüberstanden. Du hast all das beiseite geschoben, hast getan, was notwendig war, und ein Leben gerettet."

Quelle: "The Guardian"


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