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"Attacke auf Demokratie" Prinz Harry äußert sich zu Kapitol-Sturm – und sieht Schuld bei Online-Plattformen

Prinz Harry
Prinz Harry ruft dazu auf, den eigenen Umgang mit Online-Plattformen zu überdenken
© Victoria Jones/PA Wire / DPA
In einem Interview hat sich Prinz Harry zu der Attacke auf das US-Kapitol geäußert und sieht seinen Verdacht bestätigt, dass Online-Plattformen langsam die Demokratie zerstören könnten. 

Als Royal durfte er sich politisch nicht äußern und Stellung beziehen, als "einfacher Bürger" darf Prinz Harry jetzt genau das tun. Und der Sohn von Prinz Charles nutzt seine neu gewonnene Freiheit immer öfter, um Positionen zu vertreten oder sich in aktuelle Debatten einzuschalten. So auch jetzt, einige Wochen nach der Attacke auf das US-Kapitol durch Donald Trumps Anhänger. 

Prinz Harry: Online-Plattformen führen zu einer "Krise des Hasses"

Prinz Harry sieht eine große Mitschuld bei den Sozialen Medien und anderen digitalen Plattformen, wie er im Interview mit dem Magazin "Fast Company" erläutert. Im August vergangenen Jahres hatte er für "Fast Company" ein Essay verfasst, in dem er Unternehmer dazu aufrief, nicht mehr auf sozialen Plattformen zu werben, die falsche Informationen verbreiten und von einer spaltenden Rhetorik geprägt sind.

"Als ich diesen Artikel schrieb, teilte ich meine Ansicht, dass die dominanten Online-Plattformen zu einer Krise des Hasses, einer Krise der Gesundheit und einer Krise der Wahrheit beigetragen und diese Bedingungen geschürt haben", sagte er nun im Interview. "Wir verlieren geliebte Menschen an Verschwörungstheorien, verlieren unser Selbstbewusstsein aufgrund der Flut von Unwahrheiten, und im größten Ausmaß verlieren wir unsere Demokratien", beteuerte er seine Haltung. "Es gab einen buchstäblichen Angriff auf die Demokratie in den Vereinigten Staaten, der über die sozialen Medien organisiert wurde, was ein Problem des gewalttätigen Extremismus ist", betonte der 36-Jährige. 

Er sucht nach Lösungen

Die Lösungen seien möglicherweise nicht leicht durchzusetzen, doch sie seien da. "Es muss auch eine gemeinsame, geteilte Verantwortlichkeit geben. Wir können digitale Reformen fordern und darüber debattieren, wie das geschieht und wie es aussieht, aber es liegt auch an jedem von uns, unsere eigene Beziehung zu Technologie und Medien kritischer zu betrachten", betonte der Ehemann von Herzogin Meghan.

"Für den Anfang muss das gar nicht so kompliziert sein. Überlegen Sie sich, wie Sie die Zeit, die Sie in sozialen Medien verbringen, begrenzen können, hören Sie auf, endlos zu scrollen, überprüfen Sie die Quellen und recherchieren Sie die Informationen, die Sie sehen, und verpflichten Sie sich, einen mitfühlenderen Ansatz und Ton zu wählen, wenn Sie etwas posten oder kommentieren. Dies mögen kleine Dinge sein, aber sie summieren sich", sagte er. 

Verwendete Quelle: "Fast Company"

ls

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